Europa, Deutschland

EZB lÀsst Leitzinsen unverÀndert - Sorgen um Frankreich

11.09.2025 - 14:22:18

Die EZB hĂ€lt in unsicheren Zeiten am Leitzins von 2,0 Prozent fest. Was das fĂŒr Kredite, Sparzinsen und den Alltag der Verbraucher bedeutet – und warum Frankreich plötzlich große Sorgen macht.

  • HĂ€lt am Leitzins von 2,0 Prozent fest: EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa

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  • Oberstes Ziel der Notenbank sind stabile Preise im Euroraum. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Die EZB hat die Leitzinsen in Serie gesenkt, die Inflation ist abgeflaut. (Archivbild) - Foto: Michael Probst/AP/dpa

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  • Mit der Regierungskrise in Frankreich droht der EZB die nĂ€chste Baustelle. (Symbolbild)  - Foto: Rachel Sommer/dpa

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HÀlt am Leitzins von 2,0 Prozent fest: EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpaOberstes Ziel der Notenbank sind stabile Preise im Euroraum. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpaDie EZB hat die Leitzinsen in Serie gesenkt, die Inflation ist abgeflaut. (Archivbild) - Foto: Michael Probst/AP/dpaMit der Regierungskrise in Frankreich droht der EZB die nÀchste Baustelle. (Symbolbild)  - Foto: Rachel Sommer/dpa

In politisch unsicheren Zeiten lĂ€sst die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum unverĂ€ndert. Der fĂŒr Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die EZB in Frankfurt mitteilt. 

Schon im Juli hatte die EZB die Leitzinsen nicht angetastet - nicht zuletzt wegen des «außergewöhnlich unsicheren Umfelds» im Zollstreit mit den USA, wie EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde damals betonte. Nun hat Europa es mit einer Regierungskrise in Frankreich zu tun. Die Sorge ist groß, dass die Verschuldung der zweitgrĂ¶ĂŸten Euro-Volkswirtschaft außer Kontrolle gerĂ€t. 

EZB in Lauerstellung

In diesem Umfeld verharrt die Notenbank nach einer Serie von Zinssenkungen in Abwartehaltung. Zuvor hatte die EZB die Leitzinsen achtmal binnen eines Jahres herabgesetzt. Noch im FrĂŒhjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der EZB parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent.

Viele Ökonomen erwarten, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr nicht mehr antasten wird: Die ausufernde Inflation ist unter Kontrolle - im August lag die Teuerungsrate im Euroraum mit 2,1 Prozent im Zielbereich der EZB - und die Wirtschaft im Euroraum trotz höherer US-Zölle robust. Und angesichts der vielen Krisen spricht viel dafĂŒr, dass sich die Notenbank alle Optionen offen halten will. 

Vorerst Ruhe im Zollstreit

Zwar bleibt US-PrĂ€sident Donald Trump unberechenbar, doch das Szenario einer Eskalation im Zollstreit und einem Schock fĂŒr die Wirtschaft blieb aus. Noch im FrĂŒhjahr hatten manche Notenbanker, gerade aus SĂŒdeuropa, wegen Sorgen um die Konjunktur fĂŒr weitere Zinssenkungen plĂ€diert. 

Niedrigere Zinsen stĂŒtzen die Wirtschaft, da Kredite fĂŒr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell gĂŒnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen fĂŒr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie zumeist die Tages- und Festgeldzinsen fĂŒr ihre Kundenschaft.

Doch das Vergleichsportal Verivox sieht eine Trendwende: Erstmals seit Februar 2024 seien die Durchschnittszinsen bundesweit verfĂŒgbarer Tagesgeldangebote gestiegen auf zuletzt 1,28 Prozent. Auch beim Festgeld kletterten die Zinsen ĂŒber alle Laufzeiten wieder.

Bangen wegen Frankreichs Schulden

WĂ€hrend die Inflation eingedĂ€mmt ist, droht der EZB mit Frankreich ein neuer Krisenherd. Die RisikoaufschlĂ€ge fĂŒr französische Staatsanleihen sind deutlich gestiegen: Die Rendite zehnjĂ€hriger französischer Anleihen liegt ĂŒber der von Papieren aus Griechenland. Neue Schulden werden fĂŒr Frankreich immer teurer.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung hat Deutschlands Nachbarland mit 114 Prozent die dritthöchste Schuldenquote in der EU nach Griechenland und Italien. Frankreichs Haushaltsdefizit lag zuletzt mit 5,8 Prozent weit ĂŒber dem europĂ€ischen Grenzwert von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Kauft die EZB wieder Staatsanleihen? 

An den FinanzmĂ€rkten wird spekuliert, ob die EZB Frankreich mit AnleihenkĂ€ufen stĂŒtzen wĂŒrde. Die Notenbank kann im Rahmen ihres Programms TPI («Transmission Protection Instrument») im Krisenfall unbegrenzt Anleihen einzelner Eurostaaten kaufen. DafĂŒr gibt es aber hohe HĂŒrden: Gedacht ist das Instrument fĂŒr den Fall, dass die Zinsen fĂŒr Wertpapiere eines Eurostaates durch Finanzspekulation unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig stark hochschnellen.

@ dpa.de

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