Gesundheit

GKV-Spitzenverband lehnt Reduzierung von Krankenkassen ab

14.04.2026 - 14:46:14 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Forderung von CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann, die Zahl der gesetzlichen Krankenversicherungen drastisch zusammenzustreichen, sorgt in der Gesundheitsbranche fĂŒr heftige Kritik."Hier wird mal wieder eine Debatte ohne Hand und Fuß gefĂŒhrt, die an der RealitĂ€t völlig vorbeigeht", sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, dem "Stern".

Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Herr Linnemann hat offenbar den Bericht der Finanzkommission Gesundheit nicht gelesen, der deutlich herausarbeitet, dass der Anteil der Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben seit Jahren sinkt." Blatt sagte weiter: "Wir erwarten von der Politik die Kraft zu echten Strukturreformen und nicht die Flucht in Scheindebatten."

Linnemann hatte am Morgen gefordert, im Zuge der Gesundheitsreform die Zahl der Krankenkassen zu reduzieren. "Zehn Krankenkassen in Deutschland reichen", sagte Linnemann den Sendern RTL und ntv. Die vielen Kassen wĂŒrden aktuell in der Regel die gleichen Leistungen anbieten und damit einen großen Verwaltungsaufwand produzieren. "Wenn ich sehe, dass da Milliarden ausgegeben werden fĂŒr nichts, weil es keinen Wettbewerb gibt, dann mĂŒssen wir da ran, und deswegen sind ĂŒber 90 Krankenkassen zu viel." Der CDU-GeneralsekretĂ€r regte an, vor allem kleinere Kassen auszusortieren. Als mögliche Schwelle nannte er 200.000 oder 250.000 Versicherte.

Blatt wies im "Stern" diese Argumentation vehement zurĂŒck. "Von weit ĂŒber tausend Krankenkassen in den 90er-Jahren sind heute nur noch 93 an der Versorgung beteiligt und stehen im Wettbewerb um gute Versorgung und guten Service. Stand heute sind die gesetzlichen Krankenkassen das gute Beispiel dafĂŒr, wie Versorgung und Verwaltung schlank organisiert und laufend optimiert werden kann. Wenn alle Bereiche in unserem Gesundheitssystem so verĂ€nderungsbereit wĂ€ren wie die Krankenkassen, wĂ€ren viele Probleme sicherlich lĂ€ngst gelöst."

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