Fraktionen gaben unrechtmĂ€Ăig Geld fĂŒr Social-Media-Werbung aus
29.09.2023 - 13:03:48Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Untersuchung des Bundesrechnungshofs, der die Social-Media-AktivitĂ€ten der Fraktionen in den sechs Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September 2021 geprĂŒft hat und ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. Demnach diente der GroĂteil der Posts auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube nicht der erlaubten sachlichen Information ĂŒber die Fraktionsarbeit, sondern war mit "politischen Botschaften aufgeladen" oder enthielt verbotene "Partei- oder Wahlwerbung".
In den ersten fĂŒnf Wochen des PrĂŒfzeitraums sichtete der Rechnungshof die Posts stichprobenartig, in der letzten Woche vor der Wahl komplett. Die Auswertung der Stichproben ergab fĂŒr die CSU-Landesgruppe eine "UnzulĂ€ssigkeitsquote" von 97 Prozent, die Linksfraktion kam auf 93 Prozent, die FDP auf 87 Prozent. Bei SPD und AfD waren je 80 Prozent der Posts unzulĂ€ssig - bei der Union 77 Prozent. Selbst der bestplatzierten GrĂŒnen-Fraktion attestierten die PrĂŒfer eine UnzulĂ€ssigkeitsquote von immer noch 70 Prozent. In der letzten Woche vor der Wahl postete die SPD-Fraktion laut Rechnungshof ausschlieĂlich unzulĂ€ssige BeitrĂ€ge (100 Prozent), die Linke landete bei 97 Prozent, die AfD bei 87 Prozent. Union sowie FDP kamen auf je 78 Prozent, die GrĂŒnen auf 75 Prozent. Die CSU-Landesgruppe hatte in den letzten Tagen vor der Wahl nichts gepostet. "Der hohe Anteil an unzulĂ€ssigen BeitrĂ€gen", resĂŒmieren die PrĂŒfer, "deutet auf ein strukturelles Problem hin." Sanktionen des Rechnungshofs haben die Fraktionen nicht zu befĂŒrchten: Er kann rĂŒgen, aber keine Strafen verhĂ€ngen.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


