Kreml, Signale

Kreml sieht positive Signale von Trump

10.11.2024 - 14:49:43

Die Freude ĂŒber den Sieg von Trump bei der US-PrĂ€sidentenwahl ist in Russland seit Tagen nicht zu ĂŒberhören. Nach einem GlĂŒckwunsch von PrĂ€sident Putin erklĂ€rt der Kreml nun, warum er das gut findet.

Russland erwartet einen weniger konfrontativen Kurs Washingtons gegenĂŒber Moskau unter dem neu gewĂ€hlten US-PrĂ€sidenten Donald Trump. «Die Signale sind positiv», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow dem russischen Staatsfernsehen. Anders als US-PrĂ€sident Joe Biden rede Trump von Frieden und nicht von Konfrontation. «Trump hat wĂ€hrend des Wahlkampfes davon gesprochen, alles durch Deals zu erreichen. Dass er einen Deal machen könnte, der zum Frieden fĂŒhren wĂŒrde», sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin. 

«Zumindest redet er von Frieden, er redet nicht von Konfrontation, er redet nicht davon, dass er Russland eine strategische Niederlage zufĂŒgen will, und das unterscheidet ihn auf gĂŒnstige Weise von der derzeitigen Regierung», fĂŒhrte Peskow zu Trump aus.

Putin selbst hatte im Wahlkampf behauptet, dass Biden und VizeprĂ€sidentin Kamala Harris fĂŒr Russland besser seien, weil sie eine berechenbare Politik machten. Trump handele weniger vorhersehbar, sagte Peskow. Deshalb bleibe abzuwarten, ob er seine AnkĂŒndigungen aus der Zeit vor der Wahl wahrmache.

Putin hatte Trump am Donnerstag öffentlich zum Sieg bei der US-PrĂ€sidentenwahl gratuliert. In Moskau wird es fĂŒr möglich gehalten, dass der gewĂ€hlte US-PrĂ€sident noch vor der AmtseinfĂŒhrung ein TelefongesprĂ€ch mit Putin fĂŒhren wird. Der Kremlchef hatte sich grundsĂ€tzlich zur Wiederaufnahme des Kontakts bereiterklĂ€rt. 

Zwischen Putin und Biden herrscht wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Funkstille. Die diplomatischen Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt. Kontakte zwischen Moskau und Washington gab es zuletzt ĂŒber Vermittler etwa beim Austausch von Gefangenen. Auch die MilitĂ€rfĂŒhrungen beider LĂ€nder telefonierten zuletzt noch vereinzelt.

Trump behauptete im Wahlkampf, er könne den Krieg in der Ukraine schnell beenden, womöglich sogar noch vor seiner AmtseinfĂŒhrung am 20. Januar. Seit langem werfen Kritiker dem 78-jĂ€hrigen Republikaner eine zu große NĂ€he zu Russland und insbesondere zu Putin vor.

@ dpa.de