Krankenkassen, Reformen

Krankenkassen: FĂŒr Reformen nicht auf Kommission warten

26.04.2025 - 13:40:54 | dpa.de

Die gesetzlichen Krankenkassen geben Lars Klingbeil recht, dass es Reformen gegen die steigende Sozialabgabenlast geben sollte. In einem Punkt widersprechen sie dem SPD-Chef aber.

  • SPD-Chef Lars Klingbeil hĂ€lt «echte» Reformen fĂŒr die Sozialversicherungen fĂŒr nötig. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Krankenkassen: FĂŒr Reformen nicht auf Kommission warten. (Symbolbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
SPD-Chef Lars Klingbeil hĂ€lt «echte» Reformen fĂŒr die Sozialversicherungen fĂŒr nötig. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa Krankenkassen: FĂŒr Reformen nicht auf Kommission warten. (Symbolbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern von der kĂŒnftigen Bundesregierung umgehende Maßnahmen gegen steigende SozialbeitrĂ€ge. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) forderte noch vor der Sommerpause ein Ausgabenmoratorium, in dem festgelegt wird, dass es keine Honorar- und Preiserhöhungen mehr gibt, die ĂŒber die tatsĂ€chlichen Einnahmen der Krankenkassen hinausgehen. «Wir hatten bereits zum Jahresanfang Beitragserhöhungen auf Rekordniveau. So kann es nicht weitergehen. Es ist notwendig, dass die neue Bundesregierung noch vor der Sommerpause handelt», sagte Verbandssprecher Florian Lanz der Deutschen Presse-Agentur. 

Der GKV-Spitzenverband reagierte auf Äußerungen von SPD-Chef Lars Klingbeil, der echte und tiefgreifende Reformen gegen steigende SozialbeitrĂ€ge angemahnt hatte. Der «SĂŒddeutschen Zeitung» sagte er mit Blick auf die Regierungszeit der geplanten schwarz-roten Koalition: «Entweder wir schaffen es jetzt, in vier Jahren die sozialen Sicherungssysteme zu modernisieren, oder sie werden von den Populisten zerschossen. Die kommen dann mit der KettensĂ€ge oder mit der Axt.» 

Klingbeil: System muss gerechter und solidarischer werden 

Auf die Frage, ob nicht auch Beamte in das System einzahlen sollten, sagte Klingbeil: «Wir können uns vorstellen, die Basis derjenigen, die in die gesetzliche Rente einzahlen, zu erweitern.» Er sei auch offen fĂŒr andere VorschlĂ€ge wie Fondslösungen zusĂ€tzlich zur gesetzlichen Rente. Zu sagen, die Leute sollten fĂŒr die Rente lĂ€nger arbeiten und man mĂŒsse Leistungen im Gesundheitssystem kĂŒrzen, sei aber nicht seine Antwort als Sozialdemokrat. «Wir mĂŒssen das ganze System gerechter und solidarischer machen. Darum sollen sich Kommissionen jetzt kĂŒmmern», sagte der SPD-Chef.

Verbandssprecher Lanz bezeichnete es als richtig, die gesetzliche Krankenversicherung durch Strukturreformen wieder grundsÀtzlich stabil aufzustellen. «Aber zum Schutz der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler können wir nicht alleine auf die Ergebnisse einer Reformkommission warten», mahnte er. 

 Experten rechnen mit steigenden SozialbeitrÀgen

SozialbeitrĂ€ge sind die BeitrĂ€ge zur Sozialversicherung. Im laufenden Jahr sind dies 14,6 Prozent fĂŒr die Krankenversicherung plus ZusatzbeitrĂ€ge von im Schnitt 2,9 Prozent. Der Pflegebeitrag betrĂ€gt 3,6 Prozent fĂŒr Versicherte mit einem Kind. 2,6 Prozent sind es fĂŒr die Arbeitslosenversicherung und 18,6 Prozent fĂŒr die Rentenversicherung. Experten rechnen damit, dass die SozialbeitrĂ€ge bereits im kommenden Jahr spĂŒrbar ansteigen werden. Ein wesentlicher Grund ist die alternde Gesellschaft in Deutschland.

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