ROUNDUPKassen, Etat

Im Etat zu wenig Geld fĂŒr stabile BeitrĂ€ge

30.07.2025 - 14:45:36

Die gesetzlichen Krankenkassen kritisieren weiter ausbleibende zusÀtzliche Haushaltsmittel, um Beitragserhöhungen abzuwenden.

Der Chef des Spitzenverbands, Oliver Blatt, nannte es keine nachhaltige Lösung, dass in den Etats 2025 und 2026 des Bundes nur Darlehen vorgesehen seien. "Das ist Augenwischerei." Solange die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinandergehe, bleibe ein permanenter Druck zu Erhöhungen der ZusatzbeitrĂ€ge. Dies werde mit Darlehen nur vorĂŒbergehend ĂŒberdeckt.

Klingbeil setzt auf KommissionsvorschlÀge

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) verteidigte die Darlehen, die jetzt kurzfristig stabilisieren sollten. Er habe zudem die Erwartung, dass Reformkommissionen fĂŒr die Kranken- und Pflegeversicherung zeitnah zu Ergebnissen kommen und man dann auch sofort in die Umsetzung einsteigen könne. Dies bringe ihn zu der Annahme, "dass wir das jetzt so hinbekommen, dass wir nicht Beitragssteigerungen, zumindest keine deutlichen haben werden".

Die Bundesregierung plant, die Kassen ĂŒber den regulĂ€ren Jahreszuschuss von 14,5 Milliarden Euro hinaus zu stĂŒtzen. Im Entwurf fĂŒr den Haushalt 2026 ist wie schon fĂŒr 2025 ein Darlehen von 2,3 Milliarden Euro vorgesehen, zudem soll ein frĂŒheres Darlehen von einer Milliarde Euro erst spĂ€ter zurĂŒckgezahlt werden. Das Gesundheitsministerium hatte indes mehrfach deutlich gemacht, dass dies noch nicht ausreichen wĂŒrde, um Beitragsanhebungen 2026 zu verhindern. Zum Haushalt 2025 laufen derzeit aber auch noch Beratungen im Bundestag.

Warnung vor Beitragsanhebungen

Eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe fĂŒr eine Pflegereform hat die Arbeit bereits aufgenommen und soll bis Jahresende VorschlĂ€ge vorlegen. Eine Kommission zur Krankenversicherung soll bis FrĂŒhjahr 2027 Empfehlungen erarbeiten.

Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, sagte, Kredite seien keine Lösung des Problems. "Das Geld wird bei der Krankenversicherung nicht einmal ausreichen, um die BeitrĂ€ge zum Jahreswechsel zu stabilisieren, und es muss außerdem zurĂŒckgezahlt werden." Die Kassen fordern seit langem, dass der Bund etwa die Gesundheitsversorgung von BĂŒrgergeldempfĂ€ngern voll finanziert, da dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.

@ dpa.de