Lauterbach verteidigt EntlastungsplĂ€ne fĂŒr Hausarztpraxen
27.03.2024 - 17:40:56Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die geplante stĂ€rkere UnterstĂŒtzung von Hausarztpraxen verteidigt. In vielen Bereichen auf dem Land und in Ă€rmeren Stadtteilen werde es kĂŒnftig nicht möglich sein, einen Hausarzt zu finden, sagte der SPD-Politiker in Berlin.
Um dem entgegenzuwirken, gelte es, Arbeitsbedingungen deutlich zu verbessern, so dass mehr junge Medizinerinnen und Mediziner HausĂ€rzte werden. Lauterbach rechtfertigte auch Mehrausgaben dafĂŒr gegen Kritik der Krankenkassen. «Wenn wir in ein paar Jahren keine HausĂ€rzte mehr haben, dann sinken die Kosten.» Das könne aber nicht Perspektive der BĂŒrger sein.
Ein geplantes Gesetz soll die Versorgung vor Ort daher stĂ€rker absichern. FĂŒr HausĂ€rzte sollen VergĂŒtungs-Obergrenzen (Budgets) wegfallen, wie ein Entwurf vorsieht. Eine Jahrespauschale soll vermeiden, dass chronisch Kranke immer wieder zum Rezept holen in Praxen mĂŒssen. In Regionen mit vielen sozial benachteiligten Menschen sollen Gesundheitskioske entstehen: leicht zugĂ€ngliche Beratungsstellen fĂŒr Behandlung und PrĂ€vention, die von einer Pflegekraft geleitet werden.
Lauterbach: Homöopathische Versorgung nicht mehr vergĂŒten
Lauterbach machte klar, dass er mit dem Gesetz auch ein Ende homöopathischer Leistungen als mögliche Kassen-Zusatzleistungen anstrebt. DarĂŒber solle im parlamentarischen Verfahren diskutiert werden. Es sei eine komplizierte Diskussion, und nicht alle Koalitionspartner tĂ€ten sich damit leicht.
Seine Position sei klar: «Homöopathische Versorgung soll von den Krankenkassen nicht vergĂŒtet werden.» Dies seien Versorgungen, die nicht wirkten. DafĂŒr sollten die Kassen auch nicht bezahlen, da sonst «beim Patienten und beim BĂŒrger auch noch der falsche Eindruck entstehen könnte, dass Homöopathie wirkt, was sie nachweislich nicht tut.»
Ampel-Partner uneinig
Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann sprach sich fĂŒr einen Wegfall der Budgets fĂŒr Haus- und Facharztleistungen aus. Er lehnte aber «die EinfĂŒhrung teurer Doppelstrukturen durch Gesundheitskioske, ohne nachweislichen Mehrwert fĂŒr die Patientinnen und Patienten» ab.
Zu dem Gesetz zeichnen sich schwierige Beratungen ab. Die FDP warf Lauterbach vor, sich nicht an Vereinbarungen der Regierung zur Vermeidung internen Streits zu halten. Er habe den Entwurf ohne eine informell vereinbarte FrĂŒhkoordinierung in die Abstimmung zwischen den Ministerien geschickt, hieĂ es in liberalen Regierungskreisen. In der FrĂŒhkoordinierung beraten normalerweise Kanzleramt, Wirtschaftsministerium und Finanzministerium, also die Koalitionsspitze, ĂŒber einen Entwurf eines Ministeriums. Dort sind frĂŒh grundsĂ€tzliche Bedenken anzuzeigen.
Die GrĂŒnen hatten in Richtung FDP gemahnt, diese ĂŒberfĂ€lligen Strukturreformen dĂŒrften im Kabinett nun auf keinen Fall weiter verzögert oder gar blockiert werden.


