Aschaffenburg, Polizeigewerkschaft

Nach Aschaffenburg: Polizeigewerkschaft dringt auf GesetzesÀnderung

24.01.2025 - 14:00:05

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat nach dem zweifachen Mord in Aschaffenburg GesetzesÀnderungen und eine StÀrkung der Sicherheitsbehörden noch vor der Bundestagswahl gefordert.

Dass der Ton im Bundestagswahlkampf nach Aschaffenburg an SchÀrfe erheblich zusammengenommen habe und die Innenministerkonferenz zu einer Sondersitzung zusammenkomme, seien erwartbare Reaktionen der Politik, sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). "Wir brauchen jetzt schnelle Lösungen. Wir brauchen sie noch vor der Bundestagswahl", so Kopelke.

"Und wir brauchen jetzt eine massive StĂ€rkung der Sicherheitsbehörden." Die aktuelle Migrationsdebatte im Zusammenhang mit der Tat von Aschaffenburg werde der tatsĂ€chlichen Situation nicht vollstĂ€ndig gerecht, sagte er. "Die Vollzugsprobleme der AuslĂ€nderbehörden und fehlende AbschiebeplĂ€tze sind politisch weiterhin nicht gelöst und können nicht per Anweisung, sondern nur in Zusammenarbeit mit den zustĂ€ndigen Landesregierungen gelöst werden", mahnte der Gewerkschafter. Die "vielen Vollzugsprobleme beim Waffenrecht, AuslĂ€nderrecht, Strafrecht" seien seit Jahren von der Politik nicht behoben worden. "Es braucht eine deutsche Sicherheitsstrategie und die kostet viel Geld und hĂ€tte lĂ€ngst da sein mĂŒssen", so Kopelke. Der GdP-Chef sprach sich zudem fĂŒr eine fĂŒr das Gesundheitswesen verpflichtende medizinische Überwachung von gewaltauffĂ€lligen psychisch erkrankten Menschen aus. Psychische Erkrankungen könnten von Polizisten nicht geheilt werden. "Wir mĂŒssen uns auf das Gesundheitssystem und Ärzte verlassen", sagte er. "Diese können wir aber oft erst gar nicht erreichen oder sie sind uns gegenĂŒber nicht auskunftsberechtigt. Die EinsatzkrĂ€fte sind in solchen Situationen genau wie psychisch Kranke auf sich allein gestellt, insbesondere in extremen Notlagen." Das fĂŒhre zu oft zu "womöglich vermeidbaren Eskalationen wie dem polizeilichen Einsatz der Schusswaffe", so Kopelke. Es brauche deshalb eine sofortige Änderung bestehender gesetzlicher Regelungen im Zusammenhang mit gewalttĂ€tigen, psychisch erkrankten Menschen und ein deutlich höheres Engagement der Gesundheitsministerien.

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