ROUNDUP, GrĂŒnen-Bundestagsfraktion

GrĂŒnen-Bundestagsfraktion gegen Gasförderung vor Borkum

05.12.2024 - 10:50:51

Die GrĂŒnen-Bundestagsfraktion hat sich gegen eine Gasförderung vor der ostfriesischen Insel Borkum ausgesprochen.

In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden gemeinsamen ErklĂ€rung mit der Fraktion GroenLinks-PvdA im niederlĂ€ndischen Parlament heißt es: "GroenLinks-PvdA und die Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen im Deutschen Bundestag stellen sich gemeinsam gegen die geplanten Gasbohrungen in der NĂ€he der Watteninseln. Gasbohrungen in diesem Gebiet bergen Umweltrisiken, die ĂŒber nationale Grenzen hinausgehen und das schöne, aber empfindliche Wattenmeer bedrohen."

Bedeutung des Wattenmeers als Weltnaturerbe

Außerdem stehe die Förderung von Erdgas im direkten Widerspruch zu den Klimazielen der Niederlande, Deutschlands und der EU. Das Wattenmeer gehöre zum Unesco-Weltnaturerbe, und sowohl die niederlĂ€ndische als auch die deutsche Regierung hĂ€tten eine internationale Verantwortung, dieses Gebiet zu schĂŒtzen. Die Einwohner von Schiermonnikoog und Borkum seien entschieden gegen die geplanten Gasbohrungen in unmittelbarer NĂ€he ihrer HĂ€user.

GrĂŒnen-Fraktionsvize Julia Verlinden sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir sind dabei, unsere Energieversorgung mit hohem Tempo vollstĂ€ndig auf erneuerbare Energien umzustellen - das Bohren nach klimaschĂ€dlichem Gas in sensiblen Ökosystemen muss der Vergangenheit angehören."

Konzern will Erdgas fördern

Der niederlĂ€ndische Konzern One-Dyas will noch in diesem Jahr damit beginnen, vor den Inseln Borkum und Schiermonnikoog Erdgas zu fördern. Eine Förderplattform entsteht auf niederlĂ€ndischem Gebiet rund 20 Kilometer nordwestlich von Borkum. Geplant sind Bohrungen, die in einer Tiefe von 1,5 bis 3,5 Kilometern schrĂ€g ins deutsche Gebiet fĂŒhren.

Das niedersĂ€chsische Landesamt hatte dem niederlĂ€ndischen Energiekonzern im August fĂŒr die Förderung auf deutscher Seite eine auf 18 Jahre befristete Genehmigung erteilt. Ein BĂŒndnis aus UmweltverbĂ€nden hatte angekĂŒndigt, alle rechtlichen Mittel gegen das Projekt auszuschöpfen.

Habeck will Gerichtsentscheidungen abwarten

Ob nahe dem niedersĂ€chsischen Nationalpark Wattenmeer kĂŒnftig tatsĂ€chlich nach Gas gebohrt wird, hĂ€ngt auch von einem völkerrechtlichen Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden ab. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) hatte nach der erteilten Genehmigung aus Niedersachsen gesagt, er wolle mögliche Gerichtsentscheidungen abwarten. Erst wenn relevante Urteile gefallen seien, werde entschieden, ob das Abkommen unterzeichnet werde, sagte er Mitte August.

Noch mehr PlÀne in Niederlanden

In den Niederlanden steht die Entscheidung im Hauptverfahren beim höchsten Gericht noch aus. Dies hatte in einer vorlĂ€ufigen Entscheidung aber die Genehmigung zur Installation der Bohrinsel erteilt. In den Niederlanden gibt es auch noch mehr PlĂ€ne, unter oder nahe dem Wattenmeer Erdgas zu fördern trotz eines negativen Gutachtens der Aufsichtsbehörde, die SchĂ€den durch Bodenabsenkungen befĂŒrchtet.

Bis Ende dieses Jahres muss das zustĂ€ndige Wirtschaftsministerium fĂŒr die Bohrungen nahe dem Wattenmeer eine Genehmigung erteilen. UmweltschĂŒtzer und Kommunen in der Region kĂŒndigten bereits rechtliche Schritte an, sollten die Projekte genehmigt werden. Die rechte Koalition - mit der radikal-rechten Partei fĂŒr die Freiheit des Populisten Geert Wilders - will die Gasförderung in der Nordsee verstĂ€rken.

@ dpa.de