Dobrindt gibt Ampel Zwischenzeugnis: «Glatte 5»
22.07.2023 - 14:42:49 | dpa.de
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat der Ampel-Koalition zur Mitte der Wahlperiode eine völlig unzureichende Leistung bescheinigt. «Das Halbzeitzeugnis der Ampel ist eine glatte 5 wegen vielfach mangelnder Leistungen», sagte der Vorsitzende der 45 CSU-Bundestagsabgeordneten der Deutschen Presse-Agentur.
«Bei den Bemerkungen wĂŒrde ich schreiben: Das AuffĂ€lligste am Verhalten der Ampel ist der mangelnde Respekt gegenĂŒber den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, aber auch gegenĂŒber politischen Wettbewerbern im Bundestag. Das ist wohl das deutlichste QualitĂ€tsurteil fĂŒr diese Ampel: die Respektlosigkeit und die Arroganz, mit der hier Politik gemacht wird.»
Gefragt nach möglichen StĂ€rken der seit 2021 regierenden Koalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP sagte der CSU-Politiker: «Das, was bei der Ampel besonders gut funktioniert und mit Sicherheit eine 2+ verdient hat, ist der Streit untereinander. Beim Streit ist die Ampel einzigartig gut, da ist sie auf dem Weg, sich eine glatte 1 zu verdienen.»
Dobrindt kĂŒndigte an, dass die Union in der zweiten HĂ€lfte der Wahlperiode den Fokus der politischen Auseinandersetzung auf die Themen Wohlstand, Wachstum und wirtschaftliche StĂ€rke legen werde. «Wir werden VorschlĂ€ge unterbreiten, wie wir in Deutschland mindestens auf das Niveau des Wachstums unserer europĂ€ischen Nachbarn kommen können und wie wir dafĂŒr sorgen, dass Deutschland nicht in einen AbwĂ€rtsstrudel mit massivem Wohlstandsverlust gerĂ€t.»
Das stört Dobrindt konkret
Der CSU-Politiker warf der Ampel vor, sie habe ĂŒberhaupt keine Antworten auf drĂ€ngende Fragen wie die hohe Inflation, den stark steigenden Kapitalabfluss aus Deutschland, den erheblichen Anstieg an Insolvenzen im Mittelstand und jĂŒngst die Zunahme der Arbeitslosenzahlen.
Die CSU hatte zuletzt unter anderem Verbesserungen beim Elterngeld, einen Verzicht auf die Erbschaftssteuer beim Erben einer Wohnung oder eines Hauses der Eltern und eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel verlangt.
Auf die Frage, wie sich dies finanzieren lasse, sagte Dobrindt: «Die Tatsache, dass Deutschland - anders als unsere europĂ€ischen Nachbarn - kein Wachstum hat, bedeutet einen Steuerausfall von 20 Milliarden Euro pro Jahr. Allein daran sieht man, dass eine Entlastung bei der Mehrwertsteuer, eine Förderung von Familien ĂŒber das Elterngeld oder eine Erbschaftssteuerbefreiung fĂŒr elterliche Immobilien finanzierbar wĂ€ren.»
Der Bundesregierung fehle aber offensichtlich die Kraft, Wachstumsimpulse in die Wirtschaft zu geben, die Deutschland auf das Niveau seiner europÀischen Nachbarn brÀchten.
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