Lauterbach will bessere Bedingungen fĂŒr HausĂ€rzte
28.06.2024 - 15:09:01Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will einen zunehmenden Mangel an HausÀrztinnen und HausÀrzten mit besseren Arbeitsbedingungen in den Griff bringen.
«Wir haben zu wenige HausĂ€rzte, sie sind schlecht verteilt, und wir haben einen groĂen Bedarf vor uns», sagte der SPD-Politiker am Freitag bei der Einbringung eines Gesetzentwurfs im Bundestag. Unter anderem sollen damit fĂŒr HausĂ€rzte wie schon fĂŒr KinderĂ€rzte Obergrenzen bei der VergĂŒtung wegfallen.
Wenn es ohnehin zu wenige HausĂ€rzte gebe, könne es nicht sein, ihnen nicht alle erbrachten Leistungen zu bezahlen, sagte Lauterbach. Das Gesetz soll den Beruf fĂŒr Medizinerinnen und Mediziner angesichts von 5.000 unbesetzten Hausarztsitzen attraktiver machen und das Praxisnetz bei nahenden Ruhestandswellen erhalten.
Kritik von der Opposition
Der Union-Gesundheitsexperte Tino Sorge (CDU) monierte, es werde viel angekĂŒndigt, das Gesetz sei aber entkernt. Es stelle sich die Frage, warum nicht auch fĂŒr FachĂ€rzte VergĂŒtungslimits aufgehoben werden.
EingefĂŒhrt werden soll fĂŒr HausĂ€rzte auch eine Jahrespauschale zur Behandlung chronisch kranker Patienten. Dies soll Praxisbesuche in jedem Quartal nur zum Abholen von Rezepten vermeiden und mehr BehandlungsfreirĂ€ume schaffen. Eine neue «Vorhaltepauschale» sollen Praxen bekommen, die bestimmte Kriterien erfĂŒllen - etwa zu Haus- und Pflegeheimbesuchen oder Abendsprechstunden.
Bei HausĂ€rzten zeigte sich zuletzt zwar kein RĂŒckgang mehr. Ende 2023 gab es laut Bundesarztregister 51.389 und damit 75 mehr als Ende 2022. Zehn Jahre zuvor waren es aber 52.262 gewesen. Bei HausĂ€rzten ist der Anteil der Ăber-60-JĂ€hrigen mit 37 Prozent zudem besonders hoch.
Digitales Informations- und Vergleichsangebot
Verbessert werden sollen laut Entwurf auch psychotherapeutische Angebote fĂŒr Kinder und Jugendliche. Dazu soll fĂŒr Planungen des Bedarfs eine neue eigene Arztgruppe gebildet werden. FĂŒr gesetzlich Kranken- und Pflegeversicherte soll ein digitales Informations- und Vergleichsangebot kommen. Abrufbar sein sollen etwa Zahlen zu Genehmigungen und Ablehnungen bestimmter Leistungen. FĂŒr Kommunen soll es einfacher werden, medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu grĂŒnden, in denen Ărztinnen und Ărzte unter einem Dach arbeiten.
Um das Vorhaben in Gang zu setzen, hatte Lauterbach einige in der Koalition umstrittene Punkte herausgelöst. In den parlamentarischen Beratungen sollen sie aber erneut aufgerufen werden. Dazu gehören «Gesundheitskioske», also leicht zugĂ€ngliche Beratungsstellen fĂŒr Behandlung und PrĂ€vention in Gegenden mit vielen sozial benachteiligten Menschen. Stark machen will sich Lauterbach auch fĂŒr ein Aus fĂŒr homöopathische Leistungen auf Kassenkosten.


