Verbraucherpreise, Inflation

Verbraucherpreise im Juli um 2,3 Prozent gestiegen

09.08.2024 - 08:17:44

Die Inflation in Deutschland hÀlt sich hartnÀckiger als von vielen erwartet. Vor allem Dienstleistungen treiben aktuell die Verbraucherpreise.

Die Verbraucher in Deutschland mussten im Juli durchschnittlich 2,3 Prozent mehr fĂŒr Waren und Dienstleistungen ausgeben als vor einem Jahr. Das Statistische Bundesamt hat seine vorlĂ€ufigen Angaben bestĂ€tigt. Im Juni hatte die Inflationsrate noch 2,2 Prozent betragen. 

Verteuert haben sich in der Jahresfrist vor allem die Dienstleistungen (+3,9 Prozent), die auch von höheren TarifabschlĂŒssen beeinflusst sind. An der Spitze liegen hier teurere Autoversicherungen (+29,4 Prozent), soziale Dienstleistungen (+8,1 Prozent) und GaststĂ€ttenbesuche (+ 6,7 Prozent). Die Netto-Kaltmieten legten mit 2,2 Prozent nur knapp unter der allgemeinen Teuerungsrate zu. Sie machen rund ein Sechstel des zugrunde gelegten Warenkorbs aus. 

DĂ€mpfend wirkten sich die 1,7 Prozent gĂŒnstigeren Preise fĂŒr Energieprodukte aus. Unter anderem war Gas, Strom und feste Brennstoffe wie Holz oder Kohle teils deutlich gĂŒnstiger zu haben. Deutlich höhere Preise muss verkraften, wer auf FernwĂ€rme (+31 Prozent) oder leichtes Heizöl (+7,7 Prozent) angewiesen ist. 

Nahrungsmittel waren auf einem sehr hohen Niveau noch einmal 1,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb in diesem Segment nach 1,1 Prozent im Vormonat wieder. Speisefette und Zucker waren hier die Preistreiber, wÀhrend Molkereiprodukte billiger geworden sind. 

Sollte die Inflation im Jahresverlauf in Deutschland wie auch im Euroraum insgesamt sinken, gĂ€be das der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf Spielraum fĂŒr weitere Leitzinssenkungen. Sie hat im Juni erstmals seit der Inflationswelle die Leitzinsen wieder um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Im Juli ließ die Notenbank die Zinsen unverĂ€ndert und hielt sich die TĂŒr offen fĂŒr eine weitere Zinssenkung bei ihrer Sitzung Mitte September. 

GrundsĂ€tzlich sieht die EZB bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent PreisstabilitĂ€t gewahrt. Geringere Raten oder gar sinkende Verbraucherpreise (Deflation) bergen die Gefahr, dass Unternehmen wie Konsumenten ihre Investitionen und Anschaffungen verschieben, weil sie noch niedrigere Preise erwarten. Das hĂ€tte negative Folgen fĂŒr das Wirtschaftswachstum. Höhere Teuerungsraten schwĂ€chen hingegen die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige StĂŒtze der Konjunktur in Deutschland ist. 

@ dpa.de