Faeser pocht auf VerschÀrfung des Waffenrechts
09.03.2024 - 13:39:42Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat an die FDP appelliert, einer VerschÀrfung des Waffenrechts nicht lÀnger im Wege zu stehen und gleichzeitig Bereitschaft zu ZugestÀndnissen signalisiert. «Ich bin nicht bereit, auf weitere furchtbare Gewalttaten zu warten, bis wir handeln», sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor dem Hintergrund des Amoklaufs bei den Zeugen Jehovas in Hamburg-Alsterdorf vor einem Jahr.
«Mein Entwurf fĂŒr eine Reform des Waffenrechts liegt seit mehr als einem Jahr vor. Wir mĂŒssen hier dringend vorankommen», mahnte die Ministerin. Die FDP lehnt eine Ănderung des Waffenrechts bisher ab und setzt stattdessen sie auf eine bessere Durchsetzung des geltenden Rechts.
Entwurf liegt der FDP seit ĂŒber einem Jahr vor
Faeser hatte bereits im Januar vergangenen Jahres nach den Silvester-Krawallen und den aufgeflogenen PutschplĂ€nen einer ReichsbĂŒrger-Gruppe einen internen Entwurf fĂŒr eine VerschĂ€rfung des Waffenrechts vorgelegt. «Ich bin zu Kompromissen bereit, wenn der Kern erhalten bleibt», sagte sie nun. «Und dieser Kern ist, Erlaubnisse gar nicht erst zu erteilen oder Waffen konsequent zu entziehen, wenn die psychische Eignung fehlt oder gefĂ€hrliche Extremisten am Werk sind.» Es sei auch im Interesse von JĂ€gern und SportschĂŒtzen, dass Waffen nicht in die HĂ€nde hochgefĂ€hrlicher GewalttĂ€ter kĂ€men. Der Gesetzentwurf aus dem Innenministerium sieht strengere Regeln auch fĂŒr Schreckschusswaffen vor.Â
Am 9. MĂ€rz vergangenen Jahres war ein Mann in ein Hamburger Gemeindezentrum der Zeugen Jehovas eingedrungen und hatte mehr als 100 Mal geschossen. Er tötete sieben Menschen und sich selbst. Faeser sagte dazu den Funke-Zeitungen: «Ich war kurz nach der Tat am Tatort. Die GesprĂ€che mit den mutigen Polizeibeamten, die noch Schlimmeres verhindert haben, und mit den NotĂ€rzten und RettungskrĂ€ften werde ich nie vergessen», sagte sie. «Wir mĂŒssen alles tun, um solche Bluttaten zu verhindern.»


