Krankenkassen, Deutschland

Stabile KassenbeitrÀge 2026?

10.11.2025 - 15:41:30

Die Krankenkassen legen bald ihre BeitrĂ€ge fĂŒr nĂ€chstes Jahr fest. Die Politik hat einen Orientierungswert bekanntgegeben, der StabilitĂ€t signalisiert. Ob das zu halten ist, bleibt offen.

Gesetzlich Krankenversicherte können fĂŒr das kommende Jahr nach EinschĂ€tzung des Bundesgesundheitsministeriums im Schnitt auf relativ stabile BeitrĂ€ge hoffen. Das Ministerium veröffentlichte im Bundesanzeiger den Orientierungswert fĂŒr den durchschnittlichen Zusatzbeitrag fĂŒr die Krankenversicherung im kommenden Jahr. Er liegt demnach bei 2,9 Prozent, also auf dem Niveau dieses Jahres.

Bei dem Wert handelt es sich aber lediglich um eine ermittelte RichtgrĂ¶ĂŸe fĂŒr den Beitrag, der im Schnitt nötig ist, damit die Kassen ihre Ausgaben decken können. Jede Krankenkasse kann fĂŒr sich entscheiden, ob und wie stark sie den Zusatzbeitrag anhebt. Das Spektrum reicht aktuell von unter 2 bis ĂŒber 4 Prozent, wie eine tĂ€glich aktualisierte Liste des Spitzenverbandes der Krankenkassen zeigt.

Kassen warnen vor Steigerungen

Um den Druck fĂŒr Beitragsanhebungen zu mindern, hatte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gerade ein Sparpaket von zwei Milliarden Euro durch den Bundestag gebracht. Die Kassen warnen wegen steigender Kosten vor dennoch nötigen Beitragsanhebungen. Werde in den kommenden Wochen politisch nichts weiter unternommen, wĂŒrden viele Kassen gezwungen sein, ihren Zusatzbeitrag anzuheben, sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. «Damit werden die ZusatzbeitrĂ€ge in 2026 im Durchschnitt auf ĂŒber 3 Prozent steigen.»

Erhöht eine Kasse ihren Zusatzbeitragssatz, haben die Mitglieder ein SonderkĂŒndigungsrecht. Erst Anfang dieses Jahres hatte es eine Welle krĂ€ftiger Erhöhungen gegeben. «Da Wettbewerb unter den Kassen herrscht, muss jede einzelne schauen, wie sie mit ihren Einnahmen und Ausgaben wirtschaftet», sagte Warken der «Rheinischen Post». «Manchen gelingt das besser als anderen, und deshalb gibt es unterschiedliche ZusatzbeitrĂ€ge.» 

Neben dem Zusatzbeitrag wird der eigentliche Krankenkassenbeitrag erhoben. Dieser liegt fĂŒr alle bei 14,6 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen ihn sich.

@ dpa.de