VerbÀnde, Reformen

VerbÀnde: Ohne Reformen geht es weiter bergab mit dem Land

02.04.2025 - 04:00:46

Die kĂŒnftigen KoalitionĂ€re haben die Dramatik der wirtschaftlichen Lage noch nicht erkannt, finden rund 100 VerbĂ€nde. Sie richten eine dringende Mahnung an die Verhandler von Union und SPD.

Mit einem dringenden Appell hat die Wirtschaft Union und SPD aufgefordert, die Interessen der Unternehmen in ihren Koalitionsverhandlungen stĂ€rker zu berĂŒcksichtigen. Deutschland stecke in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die vor allem hausgemacht sei, heißt es in einer ErklĂ€rung von rund 100 VerbĂ€nden. «Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Koalitionsverhandlungen zeigen sich von diesen Entwicklungen scheinbar unbeeindruckt. Ihre bisherigen Zwischenergebnisse sind unzureichend und tragen der sich zuspitzenden Lage in den Unternehmen und Betrieben nicht Rechnung. Was bislang vorliegt, ignoriert in vielen Bereichen die wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen», kritisieren die VerbĂ€nde. 

Unterzeichnet ist die ErklÀrung unter anderem von der Arbeitgebervereinigung BDA, dem Industrieverband BDI, dem Handwerksverband ZDH, der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie zahlreichen VerbÀnden von Banken, Handel, Metall- und Elektroindustrie sowie weiteren Branchen. Die ErklÀrung wird auch an Hauptverhandlungsgruppe von Union und SPD verschickt. 

«Deutlich mehr Ambition» gefordert

«Es darf in den Koalitionsverhandlungen nicht darum gehen, wer sich symbolisch durchsetzt. Es kommt vielmehr darauf an, fĂŒr unser Land die Weichen fĂŒr mehr Wachstum und BeschĂ€ftigung zu stellen», mahnt die Wirtschaft. «Deutlich mehr Ambition» verlangen sie in vier Bereichen. 

SpĂŒrbar reduziert werden muss aus Sicht der VerbĂ€nde die Steuerbelastung der Unternehmen. Mit rund 30 Prozent nehme Deutschland international eine Spitzenposition ein. Gefordert wird ein international wettbewerbsfĂ€higes Niveau von maximal 25 Prozent. 

Warnung vor weiterem Abschwung

Reformen werden auch bei den sozialen Sicherungssystemen gefordert. Steigende BeitragssĂ€tze schwĂ€chten die WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe und fĂŒhrten bei den BeschĂ€ftigten zu weniger Netto vom Brutto. Höchste PrioritĂ€t mĂŒsse die kĂŒnftige Regierung zudem dem Abbau von BĂŒrokratielasten einrĂ€umen, mahnen die VerbĂ€nde. Schließlich erwarten sie Maßnahmen, um die hohen Energiekosten zu senken.

«Es muss sich lohnen, in diesem Land ein Unternehmen zu fĂŒhren», heißt es in der ErklĂ€rung weiter. Die WirtschaftsverbĂ€nde warnen: «Wenn die kĂŒnftige Bundesregierung das nicht schnell und konsequent ermöglicht, wird sich der wirtschaftliche Abschwung in den kommenden Jahren nicht mehr aushalten lassen.»

@ dpa.de