Bund und LĂ€nder verkĂŒnden Einigung auf Digitalpakt 2.0
13.12.2024 - 11:23:28 | dpa.deNach monatelangem Ringen haben Bund und LĂ€nder eine Einigung auf eine Fortsetzung des sogenannten Digitalpakts 2.0 verkĂŒndet. Demnach sollen Bund und LĂ€nder in den kommenden sechs Jahren jeweils 2,5 Milliarden Euro in die Ausstattung der Schulen mit Laptops und moderner IT-Infrastruktur investieren, wie Bundesbildungsminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit LĂ€ndervertretern in Berlin erklĂ€rte. Die nur unter groĂen MĂŒhen erzielte Einigung war unter anderem deshalb möglich, weil sie eine deutliche finanzielle Entlastung der LĂ€nder vorsieht: Einen GroĂteil der Mittel, die sie beisteuern mĂŒssten, etwa zwei Milliarden Euro, dĂŒrfen sie demnach mit bereits geplanten MaĂnahmen verrechnen.Â
«Wir mĂŒssen unsere Schulen auf eine Welt vorbereiten, die digital geprĂ€gt ist», sagte Ăzdemir. Das werde die Zukunft der Kinder im Land maĂgeblich prĂ€gen. Deshalb werde auch die Qualifizierung von LehrkrĂ€ften mit dem neuen Digitalpakt eine wichtige Rolle spielen.Â
«Durchbruch auf den letzten Metern»
Ăzdemir betonte, dass es ein «Durchbruch auf den letzten Metern» sei - auch wenn die Zukunft der Einigung von Entscheidungen einer kĂŒnftigen Bundesregierung abhĂ€ngen werde, wie der Ăbergangsminister ebenfalls einrĂ€umte. Die nun getroffene Vereinbarung entfaltet zunĂ€chst keine Bindungswirkung, da sie auch unter dem Vorbehalt kĂŒnftiger HaushaltsbeschlĂŒsse steht. Zugleich betonte Ăzdemir seine Zuversicht: «Keine kĂŒnftige Bundesregierung wird an der Einigung vorbeikommen.»
CDU-Politikerin Prien will sich fĂŒr kĂŒnftige Umsetzung einsetzen
Auch die CDU-Politikerin und Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, Ă€uĂerte Hoffnung, dass die kommende Bundesregierung, möglicherweise unter FĂŒhrung von CDU-Chef Friedrich Merz, sich fĂŒr die Umsetzung der Einigung einsetzen wird. Sie selbst werde im FĂŒhrungskreis der Union entsprechende GesprĂ€che fĂŒhren, kĂŒndigte sie an. Zugleich kritisierte Prien, dass der Beitrag des Bundes von 2,5 Milliarden Euro zu niedrig sei. Sie und andere LĂ€nderkollegen hĂ€tten sich deutlich mehr gewĂŒnscht.Â
Monatelang hatten Bund und LĂ€nder um die Vereinbarung gerungen. Unter der frĂŒheren FDP-Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger waren die Verhandlungen ĂŒber das Vorhaben aus dem Ampel-Koalitionsvertrag ins Stocken geraten.
Mehrere Milliarden in den vergangenen Jahren investiertÂ
Auch Stark-Watzingers Vorschlag sah vor, dass der Bund die LĂ€nder ab dem neuen Jahr bis 2030 mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro unterstĂŒtzt, wenn diese den gleichen Anteil in die weitere Digitalisierung ihrer Einrichtungen investieren. Gegen diese 50:50-Aufteilung gab es aus den LĂ€ndern groĂen Widerstand. Mit der jetzigen Einigung wurde die hĂ€lftige Aufteilung zugunsten der LĂ€nder deutlich entschĂ€rft.
Beim ersten Digitalpakt Schule, der im Mai dieses Jahres auslief, hatte sich der Bund seit 2019 mit 6,5 Milliarden Euro beteiligt und 90 Prozent der Ausgaben fĂŒr die Digitalisierung in den Schulen wie Laptops und digitale Tafeln getragen. LĂ€nder und Kommunen mussten nur zehn Prozent ĂŒbernehmen.
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