Bund, LĂ€nder

Bund und LĂ€nder verkĂŒnden Einigung auf Digitalpakt 2.0

13.12.2024 - 11:23:28 | dpa.de

Die LÀnder haben sich mit dem Bund auf eine Fortsetzung des «Digitalpakts» geeinigt, der an Schulen eine moderne IT-Infrastruktur gewÀhrleisten soll. Doch die Zukunft der Vereinbarung ist ungewiss.

  • Bundesbildungsminister Özdemir und die Landesministerinnen Streichert-Clivot, Hubig und Prien verkĂŒnden die Einigung. - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Digitale Tafeln gehören in vielen Schulen zum Alltag. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Bundesbildungsminister Özdemir und die Landesministerinnen Streichert-Clivot, Hubig und Prien verkĂŒnden die Einigung. - Foto: Michael Kappeler/dpa Digitale Tafeln gehören in vielen Schulen zum Alltag. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nach monatelangem Ringen haben Bund und LĂ€nder eine Einigung auf eine Fortsetzung des sogenannten Digitalpakts 2.0 verkĂŒndet. Demnach sollen Bund und LĂ€nder in den kommenden sechs Jahren jeweils 2,5 Milliarden Euro in die Ausstattung der Schulen mit Laptops und moderner IT-Infrastruktur investieren, wie Bundesbildungsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit LĂ€ndervertretern in Berlin erklĂ€rte. Die nur unter großen MĂŒhen erzielte Einigung war unter anderem deshalb möglich, weil sie eine deutliche finanzielle Entlastung der LĂ€nder vorsieht: Einen Großteil der Mittel, die sie beisteuern mĂŒssten, etwa zwei Milliarden Euro, dĂŒrfen sie demnach mit bereits geplanten Maßnahmen verrechnen. 

«Wir mĂŒssen unsere Schulen auf eine Welt vorbereiten, die digital geprĂ€gt ist», sagte Özdemir. Das werde die Zukunft der Kinder im Land maßgeblich prĂ€gen. Deshalb werde auch die Qualifizierung von LehrkrĂ€ften mit dem neuen Digitalpakt eine wichtige Rolle spielen. 

«Durchbruch auf den letzten Metern»

Özdemir betonte, dass es ein «Durchbruch auf den letzten Metern» sei - auch wenn die Zukunft der Einigung von Entscheidungen einer kĂŒnftigen Bundesregierung abhĂ€ngen werde, wie der Übergangsminister ebenfalls einrĂ€umte. Die nun getroffene Vereinbarung entfaltet zunĂ€chst keine Bindungswirkung, da sie auch unter dem Vorbehalt kĂŒnftiger HaushaltsbeschlĂŒsse steht. Zugleich betonte Özdemir seine Zuversicht: «Keine kĂŒnftige Bundesregierung wird an der Einigung vorbeikommen.»

CDU-Politikerin Prien will sich fĂŒr kĂŒnftige Umsetzung einsetzen

Auch die CDU-Politikerin und Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, Ă€ußerte Hoffnung, dass die kommende Bundesregierung, möglicherweise unter FĂŒhrung von CDU-Chef Friedrich Merz, sich fĂŒr die Umsetzung der Einigung einsetzen wird. Sie selbst werde im FĂŒhrungskreis der Union entsprechende GesprĂ€che fĂŒhren, kĂŒndigte sie an. Zugleich kritisierte Prien, dass der Beitrag des Bundes von 2,5 Milliarden Euro zu niedrig sei. Sie und andere LĂ€nderkollegen hĂ€tten sich deutlich mehr gewĂŒnscht. 

Monatelang hatten Bund und LĂ€nder um die Vereinbarung gerungen. Unter der frĂŒheren FDP-Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger waren die Verhandlungen ĂŒber das Vorhaben aus dem Ampel-Koalitionsvertrag ins Stocken geraten.

Mehrere Milliarden in den vergangenen Jahren investiert 

Auch Stark-Watzingers Vorschlag sah vor, dass der Bund die LĂ€nder ab dem neuen Jahr bis 2030 mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro unterstĂŒtzt, wenn diese den gleichen Anteil in die weitere Digitalisierung ihrer Einrichtungen investieren. Gegen diese 50:50-Aufteilung gab es aus den LĂ€ndern großen Widerstand. Mit der jetzigen Einigung wurde die hĂ€lftige Aufteilung zugunsten der LĂ€nder deutlich entschĂ€rft.

Beim ersten Digitalpakt Schule, der im Mai dieses Jahres auslief, hatte sich der Bund seit 2019 mit 6,5 Milliarden Euro beteiligt und 90 Prozent der Ausgaben fĂŒr die Digitalisierung in den Schulen wie Laptops und digitale Tafeln getragen. LĂ€nder und Kommunen mussten nur zehn Prozent ĂŒbernehmen.

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