Linke fordert 470 Euro Energie-Hilfe pro Kopf gegen Preise, Tags jetzt
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Linke im Bundestag fordert wegen steigender Energiepreise Hilfen für Bürger. Neben einem jährlichen Klimageld von rund 320 Euro verlangt die Fraktion ein Energiekrisengeld von 150 Euro pro Kopf.
Aktionsplan der Fraktion
Der Vorschlag ist Teil eines Aktionsplans, über den das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet hat. Nach den Angaben soll die Auszahlung so schnell wie möglich erfolgen und als zusätzliches Einkommen in der Steuererklärung berücksichtigt werden.
Nach Darstellung der Fraktion würden Menschen mit wenig oder ohne steuerpflichtiges Einkommen besonders profitieren. Die Linke will die Ausgaben mit einer Übergewinnsteuer gegenfinanzieren und nennt dafür einen erhöhten Steuersatz von 50 Prozent.
Vorwurf an Ölkonzerne
In dem Papier wirft die Fraktion großen Ölkonzernen vor, sich an Krisenzeiten zu bereichern. Die Partei verbindet die Forderung damit, dass staatliche Entlastung nur dann breit wirksam sei, wenn die außergewöhnlichen Gewinne abgeschöpft würden.
Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek kritisierte Friedrich Merz in diesem Zusammenhang scharf und sprach von einer Debatte, die an den Alltagssorgen vieler Menschen vorbeigehe. Die Linke nutzt die Forderung damit auch, um den politischen Streit über Spritpreise und Krisengewinne neu zu zuspitzen.
Die Linke setzt mit ihrem Aktionsplan auf eine direkte Entlastung bei Energie- und Spritkosten. Im Zentrum stehen zwei Instrumente: ein jährliches Klimageld von rund 320 Euro und ein zusätzliches Energiekrisengeld von 150 Euro, das kurzfristig ausgezahlt werden soll.
Politisch zielt die Forderung auf eine schnelle, leicht verständliche Antwort auf steigende Preise. Dass die Auszahlung über die Steuererklärung als zusätzliches Einkommen laufen soll, deutet auf ein System, das administrativ anschlussfähig bleibt und zugleich Menschen mit niedrigen oder keinem zu versteuernden Einkommen relativ stärker entlasten würde.
Finanzierung und Konfliktlinie
Die Finanzierung über eine Übergewinnsteuer mit 50 Prozent würde die Debatte auf die Frage lenken, wie stark Krisengewinne großer Energie- und Ölkonzerne abgeschöpft werden können. Genau an dieser Stelle liegen in der Regel die politischen Konflikte: zwischen schneller Entlastung, haushaltspolitischen Grenzen und der rechtlichen Ausgestaltung einer solchen Abgabe.
Signal an Regierung und Wähler
Die zeitliche Zuspitzung der Forderung fällt in eine Phase, in der Energiepreise und Spritkosten für viele Haushalte unmittelbar spürbar bleiben. Zugleich versucht die Linke, das Thema sozialpolitisch zu besetzen und die Debatte über Marktpreise mit der Frage nach Verteilungsgerechtigkeit zu verbinden. Für die politische Auseinandersetzung ist das relevant, weil sich daran nicht nur die Höhe möglicher Hilfen, sondern auch die Richtung der Entlastungspolitik entscheidet.
