Nachholbedarf, Förderung

Nachholbedarf bei Förderung von Migranten mit wenig Bildung

04.07.2024 - 14:03:22 | dpa.de

Die Mehrheit der Eingewanderten lernt schnell Deutsch. Doch noch im Ausland geborene SchĂŒler sowie erwachsene Einwanderer mit geringer Bildung bleiben insgesamt zurĂŒck, zeigt eine LĂ€nderstudie.

  • Die schulischen Leistungen von in Deutschland geborenen Kindern eingewanderter Eltern sind deutlich besser geworden (Symbolbild). - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Die schulischen Leistungen von in Deutschland geborenen Kindern eingewanderter Eltern sind deutlich besser geworden (Symbolbild). - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Reem Alabali Radovan (SPD) ist die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung (Archivbild). - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Reem Alabali Radovan (SPD) ist die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung (Archivbild). - Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Die Integration von Einwanderern hat sich in Deutschland im internationalen Vergleich in vielerlei Hinsicht gut entwickelt - das zeigt ein Bericht der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Laut der LĂ€nderstudie sprechen fast zwei Drittel der Eingewanderten, die seit mindestens fĂŒnf Jahren in Deutschland leben, fließend Deutsch. 

Aufgeholt hat Deutschland bei den schulischen Leistungen von in Deutschland geborenen Kindern eingewanderter Eltern. Sie sind den Angaben zufolge in den zurĂŒckliegenden 20 Jahren deutlich gestiegen. Aktuell seien sie besser als in den meisten anderen HauptziellĂ€ndern von Migranten. Verglichen wurde Deutschland mit Australien, Belgien, DĂ€nemark, Finnland, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten.

Das lÀuft nicht gut

Doch der Bericht - der mit Förderung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), entstanden ist - benennt auch Probleme. Nur die HĂ€lfte der Migranten, die höchstens eine Grundschulbildung haben, sei erwerbstĂ€tig, und nur ein Viertel von ihnen erreiche nach mindestens fĂŒnf Jahren Aufenthalt ein fortgeschrittenes Deutschniveau. 

Da diese Gruppe mehr als ein Sechstel der Einwanderungsbevölkerung ausmache und ihr Anteil in den letzten zehn Jahren gestiegen sei, mĂŒsse dieser Gruppe mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Unter den HauptziellĂ€ndern von Migranten haben demnach nur die Niederlande einen noch höheren Anteil von Einwanderern mit niedrigem Bildungsniveau.

Zudem sei der Anteil der Eingewanderten mit Hochschulabschluss mit knapp ĂŒber einem Viertel weiter gering - auch, wenn dieser in den letzten zehn Jahren gestiegen ist. Er ist nach Angaben der Autoren der Studie niedriger als in allen anderen HauptziellĂ€ndern von Migranten, mit Ausnahme von Italien. Die Fluchtbewegung aus der Ukraine ist hier allerdings bislang nicht berĂŒcksichtigt. 

Integrationsbeauftragte zeigt sich zufrieden

Die im Inland geborenen Kinder von Eingewanderten haben bei den Bildungsergebnissen laut OECD-Bericht Fortschritte gemacht. Das BildungsgefĂ€lle zwischen diesen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern und solchen Kindern und Jugendlichen, die im Ausland zur Welt kamen, sei womöglich auf die Schulschließungen wĂ€hrend der Corona-Pandemie zurĂŒckzufĂŒhren. 

Wissenschaftler zĂ€hlen das fehlende förderliche Lernumfeld zu Hause, die begrenzten Möglichkeiten des Home Office fĂŒr ihre Eltern, um ihren Kindern zur Seite zu stehen, sowie bereits vorhandene Lerndefizite zu den GrĂŒnden, die es den betroffenen zugewanderten Kindern und Jugendlichen erschwerten, dem Lehrplan per Fernunterricht zu folgen. Sprachbarrieren und die geringere Vertrautheit mit dem Schulsystem seien weitere Faktoren, die diese Probleme möglicherweise noch weiter verschĂ€rft hĂ€tten.

 

«Die Integration in Deutschland funktioniert viel besser als ihr Ruf», sagt aber die Integrationsbeauftragte Alabali-Radovan etwa mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration von Eingewanderten. Bei der ErwerbstÀtigenquote erreiche Deutschland einen Wert von 70 Prozent. Das ist mehr als in den meisten anderen EU-VergleichslÀndern und der höchste bisher in Deutschland erreichte Wert.

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