Meldestelle, VorfÀlle

Meldestelle erfasst deutlich mehr antiziganistische VorfÀlle

17.06.2024 - 10:27:53

Die Melde- und Informationsstelle zum bundesweiten Monitoring von Antiziganismus (MIA) hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg antiziganistischer VorfÀlle erfasst.

Insgesamt habe man 1.233 VorfĂ€lle gezĂ€hlt, nach 621 im Vorjahr, heißt es im ersten Jahresbericht der Meldestelle, der am Montag veröffentlicht wurde. Die höheren Zahlen stĂŒnden im Zusammenhang mit einem "Rechtsruck" in Deutschland, hieß es. Die Meldestelle rĂ€umte allerdings ein, dass der Anstieg auch durch einen wachsenden Bekanntheitsgrad von MIA zu erklĂ€ren sei.

Es sei dennoch nach wie vor von einem großen Dunkelfeld antiziganistischer VorfĂ€lle auszugehen. Unter anderem stiegen dem Bericht zufolge VorfĂ€lle sogenannter extremer Gewalt an. Nach einem Vorfall im Jahr 2022 hat MIA im aktuellen Bericht zehn solche FĂ€lle dokumentiert. Antiziganistische Äußerungen, die unter "verbale Stereotypisierung" erfasst werden, bilden mit 600 FĂ€llen die meistverbreitete Vorfallart im Jahr 2023. Hinzu kommt eine hohe Zahl antiziganistischer DiskriminierungsvorfĂ€lle (502). Etwa ein Viertel dieser FĂ€lle wurde nach Angaben der Meldestelle durch staatliche Institutionen verantwortet. "Bei drei der dokumentierten VorfĂ€lle extremer Gewalt handelt es sich um PolizeieinsĂ€tze", sagte Mehmet DaimagĂŒler, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und fĂŒr das Leben der Sinti und Roma in Deutschland. Dies mĂŒsse fĂŒr die Verantwortlichen in den Sicherheitsapparaten ebenso ein Alarmzeichen sein wie die Tatsache, dass Polizeibeamte bei mehr als 80 dokumentierten VorfĂ€llen beteiligt gewesen seien. "Der Polizei kommt in unserem Rechtsstaat eine große Verantwortung zu. Sie soll ĂŒber die Einhaltung der Gesetze wachen. Sie soll die Menschen schĂŒtzen", so DaimagĂŒler. FĂŒr Sinti und Roma sehe die RealitĂ€t "leider oft anders aus".

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