Meldestelle erfasst erneut deutlich mehr antiziganistische VorfÀlle
23.06.2025 - 10:42:50Betroffene erleben antiziganistische Gewalt und Diskriminierung in nahezu allen Lebensbereichen. Fast ein Viertel aller dokumentierten FĂ€lle (369) betrifft staatliche Institutionen. Auch im Wohnkontext wurden auffĂ€llig viele VorfĂ€lle (295) registriert. Im Fokus des diesjĂ€hrigen Berichts stand der Bildungsbereich: Segregation, zum Beispiel durch ungerechtfertigte Zuweisungen auf Förderschulen, antiziganistisches Mobbing und sogar Gewalt gehören laut Meldestelle fĂŒr viele Betroffene zum Alltag. Insgesamt dokumentierte MIA 313 FĂ€lle im Bildungsbereich im Jahr 2024. In 94 FĂ€llen war ein direkter Bezug zur NS-Vergangenheit erkennbar: WohnungstĂŒren und HauswĂ€nde wurden mit rechter Propaganda beschmiert, Friedhöfe und DenkmĂ€ler geschĂ€ndet, der nationalsozialistische Völkermord an Sinti und Roma geleugnet, verharmlost oder sogar glorifiziert. "Die hohe Zahl antiziganistischer VorfĂ€lle im Jahr 2024 ist ein alarmierendes Signal", sagte MIA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Guillermo Ruiz. Sinti und Roma erlebten Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt - oft mitten im Alltag und zunehmend durch staatliche Institutionen. "Es ist höchste Zeit, dass Politik und Gesellschaft konsequent handeln. Antiziganismus darf in Deutschland keinen Platz haben." Die Zahlen stammen aus der bundesweiten Arbeit der MIA-BundesgeschĂ€ftsstelle sowie der sechs regionalen Meldestellen in Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein.


