Ăsterreichischer AfD-Gönner stellt bundesweit Plakate auf
07.02.2025 - 13:50:25Nach der millionenschweren Sachspende eines AfD-UnterstĂŒtzers aus Ăsterreich sind die von ihm in Auftrag gegebenen AfD-Wahlwerbeplakate nun an verschiedenen Orten in Deutschland zu sehen. In Hamburg, Duisburg, Darmstadt, Hannover oder Bamberg etwa tauchten die auffĂ€llig in gelb gehaltenen GroĂplakate auf, wie «Hamburger Morgenpost», «correctiv» und «FrĂ€nkischer Tag» zuerst berichteten.
Union, SPD und GrĂŒne werden darauf in der Migrations-, Energie- oder Wirtschaftspolitik attackiert und die AfD als «bĂŒrgerliche Alternative» empfohlen.
AfD-Bundesschatzmeister Carsten HĂŒtter bestĂ€tigte der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage, dass die Plakate zur Sachspende des Ăsterreichers Gerhard Dingler gehörten und deutschlandweit zu sehen seien. «Herr Dingler hat eigenstĂ€ndig diese Kampagne mit einem externen Dienstleister aus Nordrhein-Westfalen vereinbart und hatte uns aber vorab per Mail in Kenntnis gesetzt.»
GroĂspende in Höhe von 2,35 Millionen Euro
Der Bundestag hatte kĂŒrzlich, wie bei GroĂspenden vorgeschrieben, nach Eingang einer entsprechenden Meldung durch die AfD auf seiner Webseite eine Spende Dinglers in Höhe von knapp 2,35 Millionen Euro veröffentlicht. NĂ€here Details dazu gibt es auf der Bundestagsseite nicht. WDR und NDR hatten allerdings ĂŒber eine Sachspende in Form von 6.395 Plakaten berichtet, die deutschlandweit aufgehĂ€ngt werden und unabhĂ€ngig von der offiziellen Wahlkampagne fĂŒr die AfD werben sollen. Die GröĂenordnung wurde dpa in AfD-Kreisen bestĂ€tigt.
Spender ehemaliger FPĂ-LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer
Nach einem Bericht des österreichischen Rundfunks ORF handelt es sich bei Dingler um den ehemaligen LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der rechtspopulistischen FPĂ in Vorarlberg. Dingler habe in einer Stellungnahme die Millionenspende selbst bestĂ€tigt. Auf Nachfrage, warum er so eine hohe Summe an die AfD gebe, erklĂ€rte Dingler dem Bericht zufolge, dass er sich groĂe Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges mache. Die AfD sei aus seiner Sicht die einzige Partei, die sich glaubhaft fĂŒr Frieden einsetze.
Die AfD hatte in den vergangenen Tagen zwei weitere GroĂspenden in Höhe von 1,5 Millionen und knapp einer Million Euro gemeldet.
Plakatherausgeber AfD-BĂŒroleiter aus Sachsen
Auf den Plakaten ist als Herausgeber der Leiter von HĂŒtters Landtagsabgeordneten-BĂŒrgerbĂŒro im sĂ€chsischen Riesa genannt. HĂŒtter erlĂ€uterte dazu, man habe mit dem Spender in Ăsterreich in engem Austausch gestanden. Dabei sei es auch darum gegangen, wer als Herausgeber der Plakate im Sinne des Presserechtes die Verantwortung ĂŒbernehme. Der BĂŒroleiter habe dies angeboten. Es sei seine persönliche Entscheidung und habe mit der Sachspende direkt nichts zu tun. Wahlplakate unterliegen in der Regel der sogenannten Impressumspflicht. Es muss also ein Herausgeber oder presserechtlich Verantwortlicher darauf benannt werden.


