Sozialverband VdK warnt vor Spaltung der Àlteren Generation
11.08.2024 - 11:33:25Der Sozialverband VdK sieht in ungleich verteilten Möglichkeiten zum Zuverdienst im Rentenalter erhebliche Gefahren fĂŒr eine Spaltung der Ă€lteren Generation. «Fast jeden Tag werden derzeit neue Ideen produziert, wie man Rentnerinnen und Rentner zum lĂ€ngeren Arbeiten bewegen kann. Doch vergessen werden dabei diejenigen, die nicht lĂ€nger arbeiten können», kritisierte VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele.Â
Die Organisation verweist dazu auch auf Ergebnisse einer beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegebenen, reprĂ€sentativen Umfrage. Demnach kann sich zwar fast jeder Zweite ĂŒber 50 Jahren vorstellen, neben der Rente zu arbeiten. Knapp ein Drittel (30,5 Prozent) davon gebe aber als Grund an, dass das Geld im Ruhestand nicht reicht.
Umfrage zeigt deutliche Unterschiede
Mehr als 62 Prozent der Befragten nennen als Motivation, dass sie gern arbeiten. Knapp 47 Prozent nennen auch die Möglichkeit, zusĂ€tzliches Geld zu verdienen. Dass die Rentenhöhe nicht ausreichend sei, liegt an dritter Stelle der BegrĂŒndungen.
Finanznöte aufgrund niedriger Renten fĂŒhren vor allem von Arbeiterinnen und Arbeiter (50,4 Prozent), Geschiedene (46,7 Prozent) und Menschen mit Kindern im Haushalt (40,7 Prozent) ins Feld. Auffallend selten genannt werde dieser Grund von Beamten (10,2 Prozent), Angestellten (30,5 Prozent) und Menschen mit hohem Bildungsabschluss (27,1 Prozent), so der Sozialverband.
Freude an der Arbeit steht laut Umfrage vor allem bei Akademikern (70,8 Prozent), SelbststĂ€ndigen (70,8 Prozent) und Beamten (64,4 Prozent) als Motivation im Vordergrund dafĂŒr, auch im Ruhestand zu arbeiten. Und insgesamt geben in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern mehr Menschen als im Westen an, wegen unzureichender Rentenhöhe im Ruhestand arbeiten zu mĂŒssen.
Sozialverband: Altersarmut darf nicht zum eigenen Versagen werden
Bentele erklĂ€rte dazu, die Zahlen bestĂ€tigten die Annahme des VdK, dass die Möglichkeiten, neben der Rente zu arbeiten, ungleich verteilt seien. Auf der einen Seite seien jene, die einen hohen Bildungsabschluss und eine Arbeit hĂ€tten, die gut bezahlt und mit weniger körperlicher Belastung verbunden sei. Auf der anderen Seite stĂŒnden Menschen, die keine gut bezahlten Jobs hĂ€tten und auf das Weiterarbeiten angewiesen seien. Verloren habe, wer das etwa wegen Krankheit, Pflege von Angehörigen oder körperlich schwerer Arbeit nicht könne.
Der VdK fordert eine reformierte Grundrente, eine höhere Erwerbsminderungsrente und mehr Rente fĂŒr pflegende Angehörige. Bentele: «Die Regierung muss dafĂŒr sorgen, dass alle Menschen nach Eintritt in das Rentenalter eine gute und sichere Rente haben. Weiterarbeiten sollten nur die, die es auch wirklich wollen. Altersarmut darf nicht zum eigenen Versagen werden.»


