Warken will Online-Verschreibung von Cannabis einschrÀnken
25.05.2025 - 16:00:00Danach habe sich "der Verbrauch seit April 2024 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs von 31 auf 100 Tonnen verdreifacht". Der starke Anstieg sei "verstörend". "FĂŒr mich steckt ganz klar Missbrauch hinter den Zahlen. Cannabis ist eine Rauschdroge und kann insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene gefĂ€hrden", sagte sie der FAZ. "Daher möchte ich die zu leicht zugĂ€nglichen Online-Verschreibungen einschrĂ€nken: Auch fĂŒr die Verschreibung von Medizinalcannabis braucht es eine eindeutige Indikation." Es sei sehr einfach, online an eine Verschreibung zu kommen: Man kreuze in einer Checkliste an, welche Beschwerden man angeblich habe und erhalte ein Online-Rezept. "Es ist logisch, dass dieser Stoff vermutlich eine bessere QualitĂ€t hat als auf der StraĂe und einen festen Preis, und er kommt auch nicht von einem illegalen RauschgifthĂ€ndler", rĂ€umte sie ein. "Das Medizinalcannabis ist aber nicht fĂŒr den normalen Konsum gedacht, sondern nur fĂŒr Menschen, die es wegen schwerer Erkrankungen gesundheitlich brauchen", so die Ministerin. Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, die Cannabisregeln bis Ende 2025 zu evaluieren. Das Ergebnis will Warken noch abwarten. Diese Woche spricht Warken, die bisher keine Gesundheitspolitikerin war, erstmals vor dem Deutschen Ărztetag, dem mĂ€chtigen "Medizinerparlament". Sie will die Ărzte fĂŒr Reformen gewinnen, die den Ausgabenanstieg im Gesundheitswesen bremsen. Sie unterstĂŒtzt ein PrimĂ€rarztmodell, das die freie Arztwahl einschrĂ€nken wĂŒrde. "Die Beitragsspirale kann sich nicht ewig so weiterdrehen. Das belastet Beitragszahler und ist schlecht fĂŒr die Konjunktur. Das weiĂ auch die Ărzteschaft. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir in einen konstruktiven Dialog treten werden. Der Ărztetag ist dafĂŒr ein perfekter Auftakt", sagte Warken. Offen zeigt sie sich fĂŒr eine von den Ărzten seit Langem geforderte Reform der GebĂŒhrenordnung (GOĂ).


