Ost-LĂ€nder, Milliarden

Ost-LĂ€nder zahlen 2,68 Milliarden Euro fĂŒr DDR-Sonderrenten

07.01.2024 - 14:28:27

Die ostdeutschen BundeslĂ€nder haben fĂŒr die Zusatz- und Sonderrenten der DDR im vergangenen Jahr rund 2,68 Milliarden Euro aufgebracht.

Das geht aus vorlÀufigen Zahlen des Finanzministeriums in Sachsen-Anhalt hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Allein in diesem Bundesland fielen rund 400 Millionen Euro an.

Zu DDR-Zeiten gab es 27 Zusatzversorgungssysteme fĂŒr einzelne Berufsgruppen, zum Beispiel aus dem Gesundheitswesen. Sonderrenten gab es unter anderem fĂŒr Angehörige der Deutschen Volkspolizei. Insgesamt profitieren heute mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland von den Zahlungen.

Die Leistungen wurden mit der Wiedervereinigung in die gesetzliche Rentenversicherung ĂŒberfĂŒhrt. Die Kosten bei der Zusatzversorgung ĂŒbernahmen zunĂ€chst zu 60 Prozent die ostdeutschen LĂ€nder und zu 40 Prozent der Bund. Anfang 2021 erhöhte der Bund seinen Anteil auf 50 Prozent.

Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) reicht das nicht. Er fordert eine weitere Entlastung der LĂ€nder. "Mit Angela Merkel haben wir da wenigstens immer eine scheibenweise Auflösung des Themas durchgesetzt. Die jetzige Bundesregierung ignoriert die Belastungen der Ost-LĂ€nder", sagte Haseloff. "Wir als LĂ€nder sind ja nicht die Rechtsnachfolger der DDR, das ist die Bundesrepublik Deutschland. Deshalb ist der Bund fĂŒr Renten zustĂ€ndig."

Die Gesamtbelastung der Ost-LÀnder ist zuletzt gestiegen. WÀhrend 2022 rund 2,53 Milliarden Euro fÀllig wurden, waren es im vergangenen Jahr nach den vorlÀufigen Zahlen rund 144 Millionen Euro mehr.

Laut dem Finanzministerium in Sachsen-Anhalt könnte das Thema zwischen Bund und LÀndern bald noch einmal erörtert werden. Die Finanzierungsaufteilung werde vermutlich auf der nÀchsten Ost-MinisterprÀsidentenkonferenz besprochen, sagte ein Sprecher. Dort hat Sachsen-Anhalt seit Dezember den Vorsitz.

@ dpa.de