Breite UnterstĂŒtzung fĂŒr Lauterbachs Pflege-Gesetz
19.12.2023 - 15:56:37Das Vorhaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), den PflegekrĂ€ften mehr Rechte und Kompetenzen einzurĂ€umen, stöĂt bei Ărzten und Pflegern gleichermaĂen auf UnterstĂŒtzung. Das versicherten beiden Seiten am Dienstag nach einem Spitzentreffen in Berlin.
Die Notwendigkeit stehe nicht in Frage, betonte ĂrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt. Die PrĂ€sidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, sprach von einem «Quantensprung zur Aufwertung des Pflegeberufs». Lauterbach kĂŒndigte an, bereits «in den nĂ€chsten Wochen» einen Gesetzentwurf vorzulegen, der bis zum Sommer 2024 vom Kabinett beschlossen werden soll.
ĂrzteprĂ€sident: Entlastung fĂŒr die Ărzteschaft
Einem Eckpunktepapier zufolge ist unter anderem vorgesehen, dass PflegekrĂ€fte - je nach ihrem Ausbildungsstand - mehr Verantwortung bei der Wundversorgung ĂŒbernehmen und pflegerische Leistungen, Hilfsmittel oder sogar bestimmte Arzneien eigenstĂ€ndig verschreiben dĂŒrfen. Dadurch soll verhindert werden, dass etwa fĂŒr einen Blasenkatheter oder ein spezielles Krankenbett erst die Verschreibung eines Arztes abgewartet werden muss.
«Damit sparen wir unglaublich viel Ressourcen», sagte Vogler. Reinhardt sieht das Vorhaben eher als Entlastung fĂŒr die Ărzteschaft: Angesichts der demografischen Entwicklung mĂŒssten in Zukunft weniger Ărzte eine gröĂere Zahl von Menschen behandeln. Auch Lauterbach versicherte: «Da geht niemandem etwas verloren.»
Angesichts des FachkrĂ€ftemangels in der Pflege soll der Beruf durch die angepeilte Reform attraktiver werden - auch fĂŒr ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland. «Pflege darf weniger als sie kann - das ist ein riesiges Problem», sagte Lauterbach. «Damit verlieren wir an allen Enden potenzielle PflegekrĂ€fte.»


