Pflege im Heim wird teurer - auch mit verstÀrkten Kostenbremsen
11.01.2024 - 07:05:03 | dpa.deDie Zuzahlungen fĂŒr PflegebedĂŒrftige sind trotz höherer EntlastungszuschlĂ€ge weiter gestiegen, wie aus einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen hervorgeht. Zum 1. Januar waren demnach im ersten Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt 2576 Euro pro Monat aus eigener Tasche fĂ€llig - 165 Euro mehr als Anfang 2023. Die ZuschlĂ€ge, die mit lĂ€ngerem Heimaufenthalt steigen, wurden mit einer Reform der Ampel-Koalition zum 1. Januar 2024 erhöht. Das bremst den Kostenzuwachs fĂŒr die reine Pflege nun stĂ€rker. Aber etwa auch Zahlungen fĂŒr Unterkunft und Verpflegung gingen weiter hoch.
Mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr im Heim stiegen die selbst zu zahlenden Anteile nun im Schnitt auf 1750 Euro im Monat. Das waren 79 Euro mehr als zum 1. Januar 2023, wie die neue Auswertung ergab. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Im dritten Jahr im Heim stieg die Zuzahlung demnach nun im Schnitt um 140 Euro auf 2095 Euro im Monat, im zweiten Jahr im Heim um 187 Euro auf durchschnittlich 2370 Euro im Monat zum 1. Januar 2024.
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil fĂŒr die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trĂ€gt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. FĂŒr Heimbewohner kommen dann noch Kosten fĂŒr Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu. Seit 2022 gibt es neben den Zahlungen der Pflegekasse besondere EntlastungszuschlĂ€ge, die zu Jahresbeginn erhöht wurden. Den Eigenanteil fĂŒr die reine Pflege drĂŒckt das im ersten Jahr im Heim nun um 15 statt bisher 5 Prozent, im zweiten um 30 statt 25 Prozent, im dritten um 50 statt 45 Prozent und ab dem vierten Jahr im Heim um 75 statt 70 Prozent.
Jedoch stieg laut der Auswertung auch der Eigenanteil fĂŒr die reine Pflege weiter - ohne ZuschlĂ€ge im Schnitt auf 1377 Euro zum 1. Januar 2024. Das waren 238 Euro im Monat mehr als Anfang 2023. Hintergrund sind auch höhere Personalkosten fĂŒr dringend gesuchte PflegekrĂ€fte. FĂŒr Unterkunft und Verpflegung waren im bundesweiten Schnitt nun 921 Euro pro Monat zu zahlen und damit 64 Euro mehr als Anfang 2023. Die Anteile fĂŒr Investitionskosten gingen um 13 Euro auf 485 Euro herauf.
Die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte: "Die HeimplĂ€tze sind fĂŒr die PflegebedĂŒrftigen erneut teurer geworden." Die höheren ZuschĂŒsse der Pflegekassen kompensierten den Anstieg nur zum Teil. WĂŒrden die LĂ€nder ihr politisches Bekenntnis einhalten und Investitionskosten der Heime ĂŒbernehmen, wĂŒrden PflegebedĂŒrftige um aktuell 485 Euro monatlich entlastet. Der Verband erwartet fĂŒr die EntlastungszuschlĂ€ge eine Summe von etwa 5,5 Milliarden Euro 2024.
Regional gibt es laut der Auswertung weiter groĂe Unterschiede. Am höchsten waren die insgesamt selbst zu tragenden Kosten zum 1. Januar im Saarland mit im Schnitt 2981 Euro pro Monat im ersten Jahr im Heim. Es folgten Baden-WĂŒrtemberg (2907 Euro) und Nordrhein-Westfalen (2892 Euro). Am gĂŒnstigsten waren HeimplĂ€tze im ersten Jahr im Heim demnach in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 2017 Euro im Monat.
Ausgewertet wurden den Angaben zufolge VergĂŒtungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen BundeslĂ€ndern. Die Daten beziehen sich auf Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5. Zum Ersatzkassenverband gehörden unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.
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