Pisa-Studie 2025: Deutschlands Schüler fallen auf Tiefstand zurück
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik sind nach den aktuellen Pisa-Ergebnissen 2025 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Deutschland erreicht der Studie zufolge nur noch das Durchschnittsniveau der OECD-Staaten.
OECD sieht wachsende Bildungsungleichheit
Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verfügen rund 20 Prozent der getesteten Jugendlichen in keinem der drei Bereiche über ausreichende Basiskompetenzen. Zugleich ist der Zusammenhang zwischen naturwissenschaftlichen Kompetenzen und dem sozioökonomischen Status der Familien so stark wie nie zuvor.
Benachteiligte Kinder mit deutlich geringeren Chancen
In Deutschland weist dieser Zusammenhang den höchsten Wert seit Beginn der Pisa-Studien auf. Nur zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch benachteiligten Familien erreichen hohe Kompetenzniveaus, während es bei Jugendlichen aus privilegierten Familien rund 25 Prozent sind.
Forderung nach früher Förderung
Die Forschenden empfehlen, Unterstützungsbedarf bereits im frühen Kindesalter zu erkennen und Kleinkinder gezielt zu fördern. Schulen sollen nach ihrem konkreten Unterstützungsbedarf gestärkt werden, um Bildungsungleichheit zu verringern.
Greiff: Ergebnisse sind „kein Schicksal“
Samuel Greiff, Bildungsforscher an der Technischen Universität München und Leiter des deutschen Teils der Pisa-Studie, betonte bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin, die Resultate gäben Anlass zur Sorge, seien aber „kein Schicksal“. Bildungssysteme könnten sich verändern, wie Deutschland nach dem Pisa-Schock vor 25 Jahren bereits gezeigt habe.
Die neuen Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 markieren eine deutliche Verschlechterung der Kompetenzen deutscher Schülerinnen und Schüler und knüpfen an eine seit Jahren diskutierte Entwicklung an: Das Leistungsniveau stagniert oder sinkt, während gleichzeitig Bildungsungleichheit zunimmt. Schon frühere Pisa-Runden hatten darauf hingewiesen, dass der Bildungserfolg in Deutschland besonders stark von der sozialen Herkunft abhängt; nun wird dieser Zusammenhang laut aktueller Studie so ausgeprägt wie nie zuvor beschrieben.
Soziale Ungleichheit als Kernproblem
Besonders alarmierend ist, dass nur ein sehr kleiner Anteil der Jugendlichen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien hohe Kompetenzen erreicht, während ein deutlich größerer Anteil aus privilegierten Haushalten Spitzenleistungen zeigt. Das deutet auf strukturelle Probleme im Bildungssystem hin: frühe Selektion, unterschiedliche Ressourcenverteilung und ungleiche Förderangebote können dazu führen, dass Chancen ungleich verteilt bleiben und sich gesellschaftliche Spaltung vertieft.
Folgen und Handlungsdruck
Für Deutschland hat diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen. Ein sinkendes Kompetenzniveau schwächt langfristig die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, während eine starke Kopplung von Leistung und Herkunft die soziale Mobilität begrenzt. Die von den Forschern betonte frühe Förderung und gezielte Unterstützung besonders belasteter Schulen steht deshalb im Zentrum der aktuellen Debatte. Für Eltern und Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, dass sich Rahmenbedingungen und Förderprogramme in den kommenden Jahren spürbar verändern könnten – mit dem Ziel, Lernrückstände abzubauen und den Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungserfolg zu verringern.
