Kritik, Habecks

Kritik an Habecks PlÀnen zur CO2-Speicherung auf See

27.02.2024 - 07:03:31

Die PlĂ€ne von Wirtschaftsminister Robert Habeck fĂŒr die Speicherung von Kohlendioxid auf hoher See stoßen auf Kritik.

"FĂŒr den Klimaschutz bei der Energiegewinnung haben wir die Erneuerbaren", sagte die klimapolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Dienstag). DafĂŒr brauche man keine CO2-Speicherung - im Fachjargon CCS (Carbon Capture and Storage) genannt. "Es muss bei fossilen Kraftwerken ausgeschlossen werden", sagte Scheer. Auch aus Habecks eigenen Reihen kam Gegendwind: "CCS in der Energiewirtschaft sehen wir nicht", sagte die GrĂŒnen-Klimapolitikerin Lisa Badum. So sĂ€hen es auch BeschlĂŒsse der GrĂŒnen-Fraktion vor.

KlimaschĂ€dliches CO2 zum Beispiel aus der Zementindustrie soll in Deutschland nach den PlĂ€nen von Habeck kĂŒnftig auch unterirdisch gespeichert werden können - zumindest auf hoher See. Die Bundesregierung hat sich grundlegend auf eine Speicherstrategie geeinigt und diese am Montag prĂ€sentiert. Eine Speicherung an Land soll vorerst ausgeschlossen bleiben.

Auch die Linken-Spitzenkandidatin zur Europawahl, Carola Rackete, sagte in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag): "Habeck will die Nordsee in ein riesiges CO2-Endlager verwandeln und massenweise Fracking-Gas importieren." Das Fatale an der Speicherung von CO2 sei, "dass die Verursacher der Klimakrise weiter Unsummen verdienen und die Klimakrise noch lÀnger befeuern, anstatt die eigene Produktion klimafreundlich umzubauen".

Aus der Unionsfraktion bekam Habeck hingegen Zuspruch: "Es wurde höchste Zeit, dass der grĂŒne Klimaminister sich hier bewegt", sagte Jens Spahn (CDU) dem "Tagesspiegel". "Die Ampel ist bislang immer nur aus Technologien ausgestiegen, bei CCS sollte sie endlich mal beherzt einen Einstieg schaffen." Habeck mĂŒsse sich offensiv "gegen die erneute Technologie-Skepsis" seiner Partei stellen.

Fachmann Klaus Wallmann vom Geomar Helmholtz-Zentrum fĂŒr Ozeanforschung in Kiel betonte, das Potenzial der Technologie sei beschrĂ€nkt. "Wir sprechen von ungefĂ€hr fĂŒnf Prozent der jetzigen Emissionen in Deutschland", sagte Wallmann den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. "Mehr als 90 Prozent mĂŒssen wir auf anderen Wegen vermeiden. Beispielsweise durch Energiesparen und die Umstellung auf erneuerbare Energien."

@ dpa.de