Razzien gegen SchleuserkriminalitĂ€t im SĂŒdwesten
24.09.2024 - 06:55:15Bei einer Razzia gegen SchleuserkriminalitĂ€t hat die Polizei bis zum Mittag Wohnungen in Mannheim und in der NĂ€he von Karlsruhe und Worms durchsucht. Vier Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Insgesamt wurden 24 Wohnungen durchsucht und zahlreiche Baustellen unter die Lupe genommen. «Das Schleusernetzwerk wurde zerschlagen», sagte der Sprecher weiter.Â
35 Menschen eingeschleust
Es werde gegen eine siebenköpfige Schleuserbande ermittelt, darunter MĂ€nner und Frauen. Gegen die drei Personen der Gruppe, gegen die kein Haftbefehl vollstreckt wurde, werde aber dennoch ein Strafverfahren eröffnet. Die VerdĂ€chtigen sind im Alter zwischen 38 und 65 Jahren. Einer der vier Hauptbeschuldigten hatte eine Firma, fĂŒr die er Leiharbeiter mit erzwungenen MietverhĂ€ltnissen rekrutierte.
Die Gruppe soll nach Angaben des Sprechers Menschen aus den vorderasiatischen und kaukasischen LĂ€ndern nach Deutschland gebracht und ohne Genehmigung hier arbeiten lassen haben. Insgesamt seien 35 Menschen eingeschleust worden, sagte der Sprecher. Sie seien alle in Gewahrsam.
Ermittlungen begannen im Januar
Ein Mann wurde nach Polizeiangaben schon im Juli vergangenen Jahres bei der Ausreise am Flughafen in Frankfurt am Main kontrolliert - daraus ergaben sich erste Hinweise auf die Schleusergruppe. Er habe bei der Ausreise einen Pass mit Visum vorzeigen können - aber ohne Arbeitserlaubnis. Bei der Kontrolle stellte sich dann aber heraus, dass der Mann in Deutschland gearbeitet hatte, wie der Sprecher sagte.
Bei darauffolgenden Kontrollen am Stuttgarter und Frankfurter Flughafen soll es dann bei weiteren Personen die gleichen AuffÀlligkeiten gegeben haben. Der Zoll habe daraufhin mehrere Firmen kontrolliert - unter anderem ein Betonwerk -, bei denen er mehrere Menschen fand, die in Deutschland illegal arbeiten. Seit Januar ermittelte dann die Polizei gegen die Gruppe.
GefÀlschte Ausweisdokumente
Nachdem die Menschen mit Visum eingereist seien, habe die Gruppe EU-Personalausweise gefÀlscht, hieà es weiter. Dadurch konnten die Personen in Deutschland arbeiten. Sie haben demnach weniger als den Mindestlohn bekommen.
Es werde daher wegen des Verdachts auf das gewerbsmĂ€Ăige Einschleusen von AuslĂ€ndern, der BeschĂ€ftigung von AuslĂ€ndern ohne Aufenthaltsgenehmigung und Urkundendelikten ermittelt. Das Hauptzollamt Karlsruhe sei in die Ermittlungen involviert, da man auch von der Veruntreuung von SozialversicherungsbeitrĂ€gen ausgehe. Damit stehe auch ein VerstoĂ gegen das Schwarzarbeitergesetz im Raum.
Hunderte EinsatzkrĂ€fteÂ
400 EinsatzkrÀfte der Bundespolizei und der Bundeszollverwaltung waren laut Mitteilung an den Razzien beteiligt. Die Ermittler stellten umfangreiche Beweismittel sicher - darunter Mobiltelefone, SIM-Karten, Computer und andere Speichermedien. Zudem konnte laut Bundespolizei eine Vielzahl gefÀlschter Dokumente sichergestellt werden.





