Razzien, SchleuserkriminalitÀt

Razzien gegen SchleuserkriminalitĂ€t im SĂŒdwesten

24.09.2024 - 06:55:15

Die Polizei ist in Mannheim und in der NĂ€he von Karlsruhe und Worms mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bei einer Razzia gegen SchleuserkriminalitĂ€t werden mehrere VerdĂ€chtige gefasst.

  • Gegen eine siebenköpfige Schleusergruppe wird ermittelt. (Symbolbild) - Foto: Marijan Murat/dpa

    Marijan Murat/dpa

  • Die Gruppe soll nach ersten Informationen der dpa auch Personalausweise gefĂ€lscht haben. - Foto: Andreas Arnold/dpa

    Andreas Arnold/dpa

Gegen eine siebenköpfige Schleusergruppe wird ermittelt. (Symbolbild) - Foto: Marijan Murat/dpaDie Gruppe soll nach ersten Informationen der dpa auch Personalausweise gefÀlscht haben. - Foto: Andreas Arnold/dpa

Bei einer Razzia gegen SchleuserkriminalitÀt hat die Polizei bis zum Mittag Wohnungen in Mannheim und in der NÀhe von Karlsruhe und Worms durchsucht. Vier Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Insgesamt wurden 24 Wohnungen durchsucht und zahlreiche Baustellen unter die Lupe genommen. «Das Schleusernetzwerk wurde zerschlagen», sagte der Sprecher weiter. 

35 Menschen eingeschleust

Es werde gegen eine siebenköpfige Schleuserbande ermittelt, darunter MĂ€nner und Frauen. Gegen die drei Personen der Gruppe, gegen die kein Haftbefehl vollstreckt wurde, werde aber dennoch ein Strafverfahren eröffnet. Die VerdĂ€chtigen sind im Alter zwischen 38 und 65 Jahren. Einer der vier Hauptbeschuldigten hatte eine Firma, fĂŒr die er Leiharbeiter mit erzwungenen MietverhĂ€ltnissen rekrutierte.

Die Gruppe soll nach Angaben des Sprechers Menschen aus den vorderasiatischen und kaukasischen LĂ€ndern nach Deutschland gebracht und ohne Genehmigung hier arbeiten lassen haben. Insgesamt seien 35 Menschen eingeschleust worden, sagte der Sprecher. Sie seien alle in Gewahrsam.

Ermittlungen begannen im Januar

Ein Mann wurde nach Polizeiangaben schon im Juli vergangenen Jahres bei der Ausreise am Flughafen in Frankfurt am Main kontrolliert - daraus ergaben sich erste Hinweise auf die Schleusergruppe. Er habe bei der Ausreise einen Pass mit Visum vorzeigen können - aber ohne Arbeitserlaubnis. Bei der Kontrolle stellte sich dann aber heraus, dass der Mann in Deutschland gearbeitet hatte, wie der Sprecher sagte.

Bei darauffolgenden Kontrollen am Stuttgarter und Frankfurter Flughafen soll es dann bei weiteren Personen die gleichen AuffÀlligkeiten gegeben haben. Der Zoll habe daraufhin mehrere Firmen kontrolliert - unter anderem ein Betonwerk -, bei denen er mehrere Menschen fand, die in Deutschland illegal arbeiten. Seit Januar ermittelte dann die Polizei gegen die Gruppe.

GefÀlschte Ausweisdokumente

Nachdem die Menschen mit Visum eingereist seien, habe die Gruppe EU-Personalausweise gefĂ€lscht, hieß es weiter. Dadurch konnten die Personen in Deutschland arbeiten. Sie haben demnach weniger als den Mindestlohn bekommen.

Es werde daher wegen des Verdachts auf das gewerbsmĂ€ĂŸige Einschleusen von AuslĂ€ndern, der BeschĂ€ftigung von AuslĂ€ndern ohne Aufenthaltsgenehmigung und Urkundendelikten ermittelt. Das Hauptzollamt Karlsruhe sei in die Ermittlungen involviert, da man auch von der Veruntreuung von SozialversicherungsbeitrĂ€gen ausgehe. Damit stehe auch ein Verstoß gegen das Schwarzarbeitergesetz im Raum.

Hunderte EinsatzkrÀfte 

400 EinsatzkrÀfte der Bundespolizei und der Bundeszollverwaltung waren laut Mitteilung an den Razzien beteiligt. Die Ermittler stellten umfangreiche Beweismittel sicher - darunter Mobiltelefone, SIM-Karten, Computer und andere Speichermedien. Zudem konnte laut Bundespolizei eine Vielzahl gefÀlschter Dokumente sichergestellt werden.

@ dpa.de