ZdK-PrĂ€sidentin sieht Kirche deutschlandweit in groĂer Krise
29.05.2024 - 15:42:57 | dpa.de
Die PrÀsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken hat die schwierige Lage der Kirche in Deutschland betont und mehr Tempo bei Reformen gefordert.
«Der Abbruch der Volkskirche ist Land auf, Land ab RealitĂ€t», sagte Zdk-PrĂ€sidentin Irme Stetter-Karp vor der Eröffnung des 103. Katholikentags in Erfurt. Die Kirche sei in einer Krise, die nicht nur vom Glaubenswandel zeuge. «Sie ist in einer Krise, die sie selbst mitverschuldet hat.» Zu lange habe sie auf die Wahrung des Status Quo gesetzt, habe kritische Fragen nicht an sich herankommen lassen. «Dann hat der Missbrauchsskandal im groĂen MaĂe Vertrauen zerstört.»
Die Kirche reagiere auf diese Probleme zu langsam. Zwar gebe es ReformvorstöĂe, um etwa den Machtmissbrauch in der Kirche einzudĂ€mmen und mehr Gleichberechtigung zu schaffen. «Es quĂ€lt mich, dass wir mit der Umsetzung dieser Ziele nicht schnell genug vorankommen», rĂ€umte Stetter-Karp ein. Nicht nur ihre Ungeduld sei groĂ.Â
Mit Blick auf das im sĂ€kular geprĂ€gten Ostdeutschland gelegene Erfurt als Ausrichtungsort fĂŒr den Katholikentag sagte die ZdK-PrĂ€sidentin: «Wir haben hier kein Heimspiel. Aber gibt es ĂŒberhaupt noch Heimspiele fĂŒr Katholiken in Deutschland? Ich denke: Nein.»Â
Weltweit gibt es laut Deutscher Bischofskonferenz 1,4 Milliarden Katholiken. 20,9 Millionen von ihnen lebten 2022 in Deutschland, was etwa einem Anteil von 25 Prozent der deutschen Bevölkerung entsprach. Rund 137.000 Kirchenmitglieder zÀhlte das Bistum Erfurt.
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