Metsola, FĂŒhrung

Metsola mahnt FĂŒhrung und Kurskorrektur in der EU an

23.11.2024 - 11:02:22

Die PrÀsidentin des EuropÀischen Parlaments, Roberta Metsola, beklagt einen Mangel an Einigkeit in der EuropÀischen Union und mahnt eine Kurskorrektur an.

"Europa braucht FĂŒhrung. Wir sind nicht einig genug, wir sprechen mit zu vielen verschiedenen Stimmen", sagte Metsola den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das kann so nicht weitergehen."

Die EU bilde den grĂ¶ĂŸten Binnenmarkt der Welt, sei Weltspitze in Wissenschaft und Technologie. "Aber wir brauchen auch starke Regierungen in den Mitgliedstaaten", sagte Metsola. "Was wir uns nicht mehr leisten können, sind 27 unterschiedliche Stimmen der EU-Staaten plus die von Parlament, Kommission und Rat." Die EU benötige fĂŒr stĂ€rkere WettbewerbsfĂ€higkeit mehr Investitionen - wie das zu finanzieren sei, mĂŒsse dringend geklĂ€rt werden. Die Politikerin der christdemokratischen EVP-Fraktion sagte weiter: "Wir brauchen bessere, einfachere Regulierung. Und die proeuropĂ€ische Mehrheit im EU-Parlament muss Antworten geben auf die Sorgen der BĂŒrger, die ihren Lebensstandard nicht halten können und sich im Stich gelassen fĂŒhlen - sonst verlieren die Pro-Europa-KrĂ€fte an UnterstĂŒtzung." Metsola zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass das EU-Parlament in der kommenden Woche die neue EU-Kommission bestĂ€tigt, was Voraussetzung fĂŒr den geplanten Start der Kommission am 1. Dezember ist. Mit Blick auf die vorangegangenen Anhörungen der designierten EU-Kommissare durch das Parlament, die fĂŒr eine lĂ€ngere Phase der Unsicherheit gesorgt hatten, sagte die PrĂ€sidentin: "Wir haben unsere Aufgabe sehr ernst genommen." Es seien komplizierte Fragen zu klĂ€ren gewesen. Vorher habe es lange gedauert, bis die VorschlĂ€ge fĂŒr die 26 Kommissare vorgelegen hĂ€tten. "Das Schlimmste wĂ€re, wenn das Parlament diese VorschlĂ€ge zur Besetzung einfach ohne PrĂŒfung abnicken wĂŒrde", sagte Metsola: "Am Mittwoch stimmt das Europaparlament ĂŒber die neue Kommission ab, so dass sie am 1. Dezember starten dĂŒrfte - so wie es im Übrigen auch vor fĂŒnf oder zehn Jahren der Fall war." Die ParlamentsprĂ€sidentin Ă€ußerte zugleich die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen EU-Parlament und EU-Kommission, nachdem es in der Vergangenheit viele Klagen von Abgeordneten gegeben hatte: "Wir können nicht dulden, wenn EU-Kommissare nicht bereit sind, im Parlament zu erscheinen und unsere Fragen zu beantworten. Es gibt auch keinen Grund, das Parlament mit Notfall-Klauseln zu umgehen", so Metsola. Das Parlament habe gezeigt, dass es Gesetze sehr schnell beraten und beschließen könne. "Ich bin stolz auf das Parlament, wir sind jederzeit handlungsfĂ€hig. Als Antwort auf fehlende Konsultationen und jahrelange Ausnahme-Verfahren haben wir uns jetzt mit der Kommission auf eine neue Rahmenvereinbarung geeinigt, um die Zusammenarbeit zu verbessern."

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