Draghis, EU-ReformvorschlÀge

Draghis EU-ReformvorschlĂ€ge stoßen in CSU und FDP auf Kritik

09.09.2024 - 14:45:11

Die ReformvorschlĂ€ge des ehemaligen PrĂ€sidenten der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, fĂŒr die EuropĂ€ische Union sind in der CSU sowie der FDP auf scharfe Kritik gestoßen.

"Die neuen Staatswirtschaftsfantasien der EU steigern die WettbewerbsfĂ€higkeit nicht", sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kruse, am Montag. "Im Gegenteil: Noch mehr EU-Regulierung und staatliche Planwirtschaft werden den negativen Trend der Wirtschaft weiter beschleunigen." Eine Wirtschaft, die immer stĂ€rker von BĂŒrokraten aus BrĂŒssel gesteuert werde und zahlreichen Regularien unterliege, werde nicht gegen eine innovative Privatwirtschaft etwa aus den USA ankommen. Der finanz- und haushaltspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Sebastian Brehm, lehnte die ReformvorschlĂ€ge derweil als "alten Wein in neuen SchlĂ€uchen" ab.

"Draghis VorschlĂ€ge sind nichts anderes als ein neuer Name fĂŒr eine Schuldenvergemeinschaftung in der EU und der Versuch, den Wachstums- und StabilitĂ€tspakt endgĂŒltig zu schleifen", sagte der CSU-Politiker. "Das ist Gift fĂŒr die Wirtschafts- und WĂ€hrungsstabilitĂ€t." Eine Abkehr vom Einstimmigkeitsprinzip in Finanzfragen wĂŒrde zudem massiv in das Königsrecht der nationalen Parlamente, die Budgethoheit, eingreifen. Hinter Draghis VorschlĂ€gen stehe der falsche Glaube, dass mehr Schulden zu mehr Wachstum fĂŒhrten. "Die EU wird aber nicht dadurch stĂ€rker, dass sie sich stĂ€rker verschuldet", so Brehm. "Mehr Schulden fĂŒhren vor allem zu weniger Gestaltungsmöglichkeiten in der Zukunft." In Draghis Bericht heißt es unter anderem, dass in der EU zusĂ€tzliche Investitionen in Höhe von mindestens 750 bis 800 Milliarden Euro pro Jahr nötig seien, was 4,4 bis 4,7 Prozent des BIP der EU im Jahr 2023 entspreche. Um diese Steigerung zu erreichen, mĂŒsste der Anteil der Investitionen in der EU von derzeit rund 22 Prozent des BIP auf etwa 27 Prozent steigen. Draghi empfiehlt in seinem Strategiebericht auch die Aufnahme neuer Gemeinschaftsschulden, wie zuletzt in der Corona-Pandemie. Diese könnten zur Finanzierung gemeinsamer Investitionsprojekte genutzt werden.

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