Milliarden, Euro

13,3 Milliarden Euro: Rüstungsexporte steigen auf Rekordwert

22.01.2025 - 04:30:36 | dpa.de

Die Regierung von Kanzler Scholz hatte sich ursprünglich vorgenommen, Rüstungsexporte mit einem Kontrollgesetz einzudämmen. Dann kam die russische Invasion in der Ukraine.

Die deutschen Rüstungsexporte haben einen Rekordwert erreicht. (Archivbild) - Foto: Philipp Schulze/dpa
Die deutschen Rüstungsexporte haben einen Rekordwert erreicht. (Archivbild) - Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Waffenlieferungen in die Ukraine haben 2024 zu einem neuen Rekordwert bei den deutschen Rüstungsexporten geführt. Die Bundesregierung genehmigte im vergangenen Jahr Ausfuhren von Kriegswaffen und militärischer Ausrüstung für 13,33 Milliarden Euro - so viel wie nie zuvor. Weit mehr als die Hälfte davon ging mit 8,15 Milliarden Euro an die Ukraine für den Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren. 

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der BSW-Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Ministerium hatte bereits am 18. Dezember vorläufige Exportzahlen für 2024 veröffentlicht, nun liegt die Statistik für das gesamte Jahr vor. 

Rekordwert von 2023 um fast zehn Prozent übertroffen

SPD, Grüne und FDP hatten sich in ihren Koalitionsverhandlungen eigentlich vorgenommen, die Rüstungsexporte einzudämmen und dafür ein Kontrollgesetz auf den Weg zu bringen. Dann kam mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine die Kehrtwende in der Rüstungspolitik. Deutschland wurde zum zweitgrößten Waffenlieferanten der Ukraine.

Schon 2023 erreichten die Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter einen Höchststand von 12,13 Milliarden Euro, der im vergangenen noch einmal um fast zehn Prozent übertroffen wurde. Der Anteil der Kriegswaffen lag bei 61 Prozent. Zweitwichtigstes Empfängerland nach der Ukraine war Singapur mit 1,21 Milliarden Euro. Dahinter folgen Algerien (558,7 Millionen Euro), die USA (319,9 Millionen Euro) und die Türkei (230,8 Millionen Euro).

Lieferungen an die Türkei auf höchstem Stand seit 2006

Besonders Rüstungslieferungen an den Nato-Partner Türkei sind wegen der Menschenrechtslage dort, aber auch wegen des internationalen Agierens der Regierung in Ankara umstritten. Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Syrien 2016 wurden die Exportgenehmigungen deutlich zurückgefahren. Jetzt sind sie mit den knapp 231 Millionen Euro wieder auf dem höchsten Stand seit 2006. Der Kurswechsel zeichnete sich bereits Ende September ab, als das Wirtschaftsministerium des Grünen-Politikers Robert Habeck mitteilte, dass wieder Torpedos, Lenkflugkörper und Bauteile für U-Boote in größerem Umfang für die Türkei genehmigt worden seien. 

Noch umstrittener: Rüstungsexporte nach Israel 

Ebenfalls unter den zehn wichtigsten Empfängerländern der deutschen Rüstungsindustrie war 2024 Israel. Mit 161,1 Millionen Euro halbierte sich das Exportvolumen aber im Vergleich zum Vorjahr. Wegen des Gaza-Kriegs, in dem inzwischen eine Waffenruhe gilt, sind die Rüstungslieferungen nach Israel noch deutlich umstrittener als die in die Türkei. Die Bundesregierung begründet sie damit, dass die Sicherheit Israels für Deutschland wegen der historischen Verantwortung für den Holocaust zur Staatsräson zählt.

BSW-Politikerin Dagdelen spricht von «historischem Skandal» 

Die BSW-Politikerin Dagdelen kritisierte die Zunahme der gesamten Rüstungslieferungen scharf. «Mit ihren Waffenexporten in neuer Rekordhöhe nähren SPD und Grüne Kriege weltweit», erklärte sie. «Mit der Ausrede, es ginge nur um die Ukraine, versucht die Bundesregierung die Öffentlichkeit über diesen historischen Skandal zu täuschen.»

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 66514892 |

Weitere Meldungen

Unionspolitiker legen Konzept für Steuerreform vor Unionspolitiker haben ein Konzept für eine Steuerreform vorgelegt, welche die Steuerzahler um insgesamt 25 bis 30 Milliarden Euro im Jahr entlasten soll. (Boerse, 22.04.2026 - 10:30) weiterlesen...

TÜV Rheinland AG / Unternehmensbilanz 2025: TÜV Rheinland wächst ... Unternehmensbilanz 2025: TÜV Rheinland wächst weltweit und macht neue Technologien sicher / TÜV Rheinland erzielt Umsatz von 2,98 Milliarden Euro / Investitionen und neue Arbeitsplätze (FOTO) Köln - TÜV Rheinland blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück: Der weltweit tätige Prüfkonzern erreichte einen Umsatz von 2,98 Milliarden Euro. (Boerse, 21.04.2026 - 12:27) weiterlesen...

Bahn will 20 Milliarden Euro in Bahnhöfe stecken Die Deutsche Bahn will bis 2030 jedes Jahr vier Milliarden Euro in die Renovierung der Bahnhöfe investieren. (Boerse, 18.04.2026 - 12:58) weiterlesen...

USA genehmigen milliardenschweren Rüstungsverkauf an Deutschland Die USA haben den Verkauf von Rüstungsgütern im Wert von rund zehn Milliarden Euro an Deutschland genehmigt. (Boerse, 18.04.2026 - 08:01) weiterlesen...

VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. / 7 Milliarden Euro zusätzliches ... 7 Milliarden Euro zusätzliches BIP: Mehr Ingenieurinnen als Schlüssel für Wachstum und Transformation (FOTO) Düsseldorf - Gutachten von VDI und IW vor der Hannover MesseDeutschland lässt wirtschaftliches Potenzial in Milliardenhöhe ungenutzt: Kurz vor der Hannover Messe, dem weltweit wichtigsten Branchentreff der Industrie, hat der VDI gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) neue Zahlen zur Rolle von Ingenieurinnen für den Standort Deutschland vorgestellt. (Boerse, 17.04.2026 - 09:07) weiterlesen...

DEKRA SE / DEKRA wächst weiter - trotz anspruchsvoller Marktbedingungen ... DEKRA wächst weiter - trotz anspruchsvoller Marktbedingungen / Bilanz nach Jubiläumsjahr 2025 (FOTO) Stuttgart -- Umsatz steigt um 3,4 % auf 4,4 Milliarden Euro - Weiterhin stabile Nachfrage nach Prüf- und Zertifizierungsleistungen - Unabhängige Expertise schafft Vertrauen bei transformativen UmbrüchenDEKRA ist im Geschäftsjahr 2025 trotz eines volatilen Marktumfelds weiter gewachsen. (Boerse, 17.04.2026 - 08:57) weiterlesen...