Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Sabotage am Stromnetz: Polizei findet Bekennerschreiben

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Sabotage-Serie an Hochspannungsleitungen beschäftigt die Polizei. Der Tatverdächtige konnte bislang nicht gefunden werden – dafür aber ein weiteres Bekennerschreiben.

  • Die Ermittler suchen weiter nach dem Strom-Saboteur. - Bild: str/dpa
    Die Ermittler suchen weiter nach dem Strom-Saboteur. - Bild: str/dpa
  • Einsatzkräfte sind auch am Dienstag wieder rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen im Einsatz. - Bild: Sascha Thelen/dpa
    Einsatzkräfte sind auch am Dienstag wieder rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen im Einsatz. - Bild: Sascha Thelen/dpa
  • Immer wieder hat der Täter versucht, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss zu verursachen. - Bild: str/dpa
    Immer wieder hat der Täter versucht, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss zu verursachen. - Bild: str/dpa
  • Als Motiv für die Sabotage-Serie nennt der Täter in den Bekennerbriefen den Kampf gegen fossile Energien. - Bild: Sascha Thelen/dpa
    Als Motiv für die Sabotage-Serie nennt der Täter in den Bekennerbriefen den Kampf gegen fossile Energien. - Bild: Sascha Thelen/dpa
Die Ermittler suchen weiter nach dem Strom-Saboteur. - Bild: str/dpa Einsatzkräfte sind auch am Dienstag wieder rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen im Einsatz. - Bild: Sascha Thelen/dpa Immer wieder hat der Täter versucht, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss zu verursachen. - Bild: str/dpa Als Motiv für die Sabotage-Serie nennt der Täter in den Bekennerbriefen den Kampf gegen fossile Energien. - Bild: Sascha Thelen/dpa

Nach den Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern hat die Polizei in der Nähe von Aachen ein weiteres Bekennerschreiben gefunden. Der Brief sei am Montag gemeinsam mit mehreren Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Zum Inhalt könne aus ermittlungstaktischen Gründen nichts gesagt werden.

Ob auch dieser Brief und die nun entdeckten Abschussvorrichtungen von dem 48-jährigen Tatverdächtigen stammen, nach dem seit Tagen gefahndet wird, müsse nun ermittelt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ähneln die Konstruktionen denen, die Ermittler zuletzt an mehreren sensiblen Stellen für die Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen gefunden haben. 

Allerdings hatte der 48 Jahre alte Tatverdächtige detaillierte Informationen zu seinem Vorgehen in zwei Bekennerbriefen niedergeschrieben. Diese waren in den vergangenen Tagen öffentlich geworden. Denkbar wäre also auch, dass ein Trittbrettfahrer sein Vorgehen kopiert hat. 

Blitze und Knallgeräusche zu hören

Während der Suche in Weisweiler seien am Montagabend gegen 21.00 Uhr auch Blitze und Knallgeräusche zu hören gewesen, berichtete die Polizei. Womöglich könnten diese auf einen erneuten Kurzschluss an den Stromleitungen hindeuten. Schäden seien bislang aber nicht festgestellt worden, teilte die Polizei mit.

Wann wurden die Abschussvorrichtungen installiert?

Eigentlich hatten Einsatzkräfte das Gebiet in Weisweiler schon vergangene Woche mit großem Aufwand abgesucht. Ob die nun entdeckten Abschussvorrichtungen und der Bekennerbrief damals übersehen wurden oder ob der Täter sie erst kürzlich dort installiert hat, sagten die Ermittler auf Nachfrage nicht.

Nach dem erneuten Fund waren die Einsatzkräfte am Dienstag wieder mit einem Großaufgebot vor Ort. Entschärfer des Landeskriminalamts standen bereit, falls weitere Abschussvorrichtungen gefunden werden sollten. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera war im Einsatz. Mit ihrer Hilfe könnten die Ermittler den Tatverdächtigen womöglich aufspüren, falls er sich noch in der Nähe aufhält.

Wegen des großen Polizeiei4nsatzes blieb die Autobahnabfahrt Weisweiler an der A4 weiter gesperrt. Am Montagabend hatten die Einsatzkräfte einen Abschnitt der Autobahn, die von Köln nach Aachen führt, zeitweise sogar komplett dicht gemacht.

Fahndung nach 48-jährigem Tatverdächtigen weiter ohne Erfolg

Seit Tagen fahnden die Behörden wegen der Sabotage-Aktionen nach dem verdächtigen 48-Jährigen. Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen. 

In mindestens zwei Fällen gelang der Plan des Täters. In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahmgelegt worden. In Brandenburg hatte es am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zwei Kurzschlüsse gegeben. Mehr als 20 selbst gebaute Raketen sollen dort leitfähiges Material auf die Hochspannungsleitungen geschossen haben. Einen Stromausfall gab es bei den beiden Taten nicht.

Zu der Sabotage-Serie gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem gesuchten 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet zuordnen. «Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen», hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Blick auf die Bekennerbriefe zuletzt gesagt. Es handele sich offensichtlich um «Klimaterrorismus» eines Einzeltäters.

In den Bekennerbriefen hatte der mutmaßliche Täter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. «Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen», heißt es in den Briefen, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.

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