Digitalpakt-Zoff: Bund stellt Bedingungen an LĂ€nder
30.07.2024 - 16:01:28Im Tauziehen zwischen Bund und LĂ€ndern um die weitere Finanzierung des digitalen Ausbaus der Schulen im Land stellt Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger Bedingungen an die LĂ€nder. Sie erwarte von den LĂ€ndern die Bereitschaft einer hĂ€lftigen Finanzierung des geplanten Digitalpakts 2.0 und Aussagen darĂŒber, in welcher Höhe sich die LĂ€nder an der Finanzierung beteiligen werden, heiĂt es in einem Schreiben der FDP-Politikerin an die PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und die saarlĂ€ndische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).Â
Eine Auskunft darĂŒber, welchen finanziellen Gesamtrahmen die LĂ€nder in ihren jeweiligen HaushaltsplĂ€nen fĂŒr die nĂ€chsten Jahre eingestellt hĂ€tten, sei fĂŒr die Planungen des Bundes dringend notwendig. «Deshalb bitte ich zeitnah um eine entsprechende Aufstellung.»Â
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Ministerin dreht SpieĂ um
Die Bundesbildungsministerin dreht damit den SpieĂ um. Seit Monaten machen die LĂ€nder Druck und fordern vom Bund konkrete Angaben dazu, wie viel Geld er fĂŒr die Schuldigitalisierung kĂŒnftig bereitstellen will. In einem Schreiben an Stark-Watzinger vor einer Woche hatte Streichert-Clivot dies noch einmal deutlich gemacht und mit der kurzfristigen Einberufung einer KMK-Sondersitzung gedroht, sollten Fragen der LĂ€nder dazu nicht zufriedenstellend beantwortet werden.Â
Die LĂ€nder befĂŒrchten, dass es nach dem ersten Digitalpakt, der im Mai ausgelaufen ist - dessen Mittel aber noch abgerufen werden können - keine Anschlussfinanzierung fĂŒr die Schulen mehr geben und die Digitalisierung damit ins Stocken geraten könnte.Â
Stark-Watzinger weist darauf hin, dass Bildung eigentlich LĂ€ndersache, aber «eine fortgesetzte gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und LĂ€ndern fĂŒr die Digitalisierung der Bildung dringend erforderlich» sei. Der Bund bekenne sich dazu im Ampel-Koalitionsvertrag und auch im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2025. «Ich möchte noch einmal betonen: Der Digitalpakt 2.0 muss kommen.»
Bund besteht auf 50/50-Finanzierung und Digitalbildung fĂŒr LehrkrĂ€fte
Am ersten Digitalpakt hatte sich der Bund seit 2019 mit 6,5 Milliarden Euro beteiligt. Mit dem Geld wurden fĂŒr die Schulen zum Beispiel Laptops und digitale Tafeln finanziert. Der Bund trug 90 Prozent der Kosten, die restlichen zehn Prozent trugen LĂ€nder und Kommunen.Â
KĂŒnftig will der Bund aber maximal eine 50/50-Finanzierung. Hintergrund ist auch ein Beschluss des Bundeskabinetts vom Sommer 2023, bei dem die Ampel vereinbart hatte, bei neuen Bund-LĂ€nder-Programmen nur noch maximal 50 Prozent zu ĂŒbernehmen.Â
Daneben besteht der Bund auch darauf, dass die LÀnder das Geld nicht nur in Technik investieren, sondern auch in LehrkrÀfteweiterbildung, damit möglichst alle mit der neu angeschafften Technik umgehen können.







