Olaf Scholz, Nahost

AuswÀrtiges Amt: Deutsche unter von Hamas Verschleppten

08.10.2023 - 17:40:48 | dpa.de

Die Situation in Israel betrifft auch deutsche Staatsangehörige. Kanzler Scholz reagierte zunĂ€chst nur knapp auf der Plattform X auf den Angriff. Jetzt legt er ausfĂŒhrlich nach.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt im Bundeskanzleramt ein Statement zum Großangriff der islamistischen Hamas auf Israel. - Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich unter den von der islamistischen Hamas aus Israel Verschleppten auch deutsche Staatsangehörige befinden. Aus dem AuswĂ€rtigen Amt in Berlin hieß es, nach Erkenntnissen des Außenministeriums handele es sich um Menschen, die alle neben der deutschen auch die israelische Staatsangehörigkeit hĂ€tten. Heute hatte im AuswĂ€rtigen Amt erneut der Krisenstab der Bundesregierung getagt.

Aus dem AuswĂ€rtigen Amt hieß es nach den zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt vorliegenden Erkenntnissen weiter, man stimme sich gemeinsam mit der deutschen Botschaft in Tel Aviv sehr eng mit den israelischen Behörden ab. Zudem bitte man um VerstĂ€ndnis, dass man sich zum Schutz der betroffenen Personen weder zur Anzahl noch zu EinzelfĂ€llen öffentlich Ă€ußern könne. Schon zuvor hieß es, zu konsularischen EinzelfĂ€llen und Geiselnahmen deutscher Staatsangehöriger Ă€ußere sich die Bundesregierung grundsĂ€tzlich nicht.

Scholz versichert Israel unverbrĂŒchliche SolidaritĂ€t

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte indes Israel nach dem großangelegten Angriff der islamistischen Hamas die SolidaritĂ€t Deutschlands zu.

Er habe Regierungschef Benjamin Netanjahu in einem TelefongesprĂ€ch versichert, «dass Deutschland angesichts dieses furchtbaren Angriffs fest und unverbrĂŒchlich an der Seite Israels steht», sagte Scholz im Kanzleramt in Berlin. «Die Sicherheit Israels ist deutsche StaatsrĂ€son. Das gilt gerade auch in schweren Stunden wie diesen. Und entsprechend werden wir handeln.»

Scholz nannte den Angriff der Hamas «barbarisch» und «empörend» und betonte: «Israel hat das Recht, sich gegen diese barbarischen Angriffe zu verteidigen, seine StaatsbĂŒrger zu schĂŒtzen und die Angreifer zu verfolgen.»

Der Kanzler kĂŒndigte an, dass er noch mit dem Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi, US-PrĂ€sident Joe Biden, Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Rishi Sunak ausfĂŒhrlich telefonieren werde, um die Lage zu erörtern.

«Klar ist: Wir verurteilen das Vorgehen der Hamas auf das SchĂ€rfste. Vor allem aber setzen wir alles daran, dass aus diesem Überfall kein FlĂ€chenbrand mit unkalkulierbaren Folgen fĂŒr die ganze Region wird», sagte Scholz. «Und wir warnen alle davor, in dieser Lage den Terror zu befeuern und weiterzutragen.»

Scholz verurteilt palÀstinensische Feiern

Scholz verurteilte zugleich pro-palĂ€stinensische Demonstrationen in Deutschland anlĂ€sslich des Angriffs auf Israel. «Wir akzeptieren es nicht, wenn hier auf unseren Straßen die abscheulichen Attacken gegen Israel gefeiert werden», sagte er.

«Das Leid, die Zerstörung, der Tod von so vielen Menschen kann fĂŒr niemanden Anlass zur Freude sein.» Seine Gedanken seien «in diesen schweren Stunden bei den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern Israels, die viele Opfer zu beklagen haben».

In Berlin-Neukölln hatten sich am Samstagabend etwa 50 Menschen zu einer laut Polizei pro-palĂ€stinensischen Demo versammelt. Auf einem Video auf Instagram, das das anti-israelische Netzwerk Samidoun teilte, war eine Gruppe zu sehen, die Parolen skandierte. Die Organisation hatte am Samstagnachmittag sĂŒĂŸe Backwaren an Passanten verteilt, «zur Feier des Sieges des Widerstands», wie sie auf Instagram schrieb.

Die öffentlich zur Schau gestellte Freude löste auch bei anderen Politikern Empörung aus. Die Politische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GrĂŒnen, Emily BĂŒning, sagte, die VorfĂ€lle seien zu verurteilen. «Ich glaube, es ist keine Zeit fĂŒr irgendjemanden, wenn Israel angegriffen wird, zu feiern.» Es sei dramatisch, dass dies passiert sei.

FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai sagte: «Diese Leute lehnen unsere Werte ab, und diese Leute haben einfach hier nicht zu suchen.» Das mĂŒsse eine Rolle spielen bei Fragen von Arbeitserlaubnissen und EinbĂŒrgerungen. Der Erste Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, erklĂ€rte: «Das ist auch ein Schlag ins Gesicht dieser verfehlten Migrationspolitik, vor der wir immer gewarnt haben.» Die CDU habe jahrelang Menschen unkontrolliert ins Land gelassen. «Das ist die Quittung.»

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