ROUNDUP, SPD

SPD will Cannabis-Gesetz 'zeitnah' verabschieden

17.01.2024 - 15:37:46

Die SPD-Fraktion strebt weiterhin an, das Gesetz zur Legalisierung von Cannabis "zeitnah" im Bundestag zu verabschieden.

"Daran halten wir fest", sagte FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Katja Mast am Mittwoch in Berlin. Eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: "Aus unserer Sicht steht der Gesetzentwurf." Es sei Sache des Parlaments, letzte Änderungen vorzunehmen und die zweite und dritte Lesung im Bundestag anzusetzen. Ein konkreter Termin dafĂŒr wurde aber zunĂ€chst nicht bekannt. Aus Bayern kam erneut der Appell, das Vorhaben doch noch zu stoppen.

Die Ampel-Koalitionsfraktionen hatten sich Ende November darauf verstĂ€ndigt, Cannabis im BetĂ€ubungsmittelgesetz von der Liste der verbotenen Substanzen zu streichen. Eigenanbau und Besitz bestimmter Mengen der Droge sollen fĂŒr VolljĂ€hrige ab 1. April 2024 erlaubt sein. Zum 1. Juli sollen Clubs zum gemeinsamen Anbau möglich werden. Eine Sprecherin von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die PlĂ€ne am Mittwoch abermals: "Wir brauchen einen neuen Ansatz, um Heranwachsende von der Droge möglichst fernzuhalten, den Schwarzmarkt einzudĂ€mmen und die Stoffe zu kontrollieren."

SPD-Innenpolitiker hatten allerdings kurz nach der Einigung Bedenken geltend gemacht. Dabei ging es um verschiedene Lockerungen, etwa geringere MindestabstĂ€nde zu Schulen und KindertagesstĂ€tten beim Cannabiskonsum. Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden fĂŒr Gesundheit und Inneres, Dagmar Schmidt und Dirk Wiese, hatten daraufhin Anfang Dezember erklĂ€rt: "Wir sind auf der Zielgeraden und guter Dinge, den Gesetzentwurf zeitnah im neuen Jahr im Deutschen Bundestag zu verabschieden." Mast betonte am Mittwoch, dass es bei dieser Planung bleibe. "Ich bin zuversichtlich, dass das dann verabschiedet wird." Derzeit fĂ€nden noch "klĂ€rende GesprĂ€che" statt.

Kritiker gibt es aber auch in der SPD. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler sagte der "Rheinischen Post", das Gesetz dĂŒrfe so auf keinen Fall kommen. "WĂŒrde das Gesetz so verabschiedet, wĂŒrden wir das im Alltag sehr schnell merken, weil buchstĂ€blich an jeder Ecke, zum Beispiel in StraßencafĂ©s, gekifft werden dĂŒrfte."

Bedenken wegen der PlÀne gibt es seit langem auch in den BundeslÀndern. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) teilte am Mittwoch mit: "Die Cannabis-Legalisierung ist eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, die wir in der Politik dringender an anderer Stelle brauchen." Eine Legalisierung von Cannabis wÀre nach ihren Worten eine "verantwortungslose GefÀhrdung der Gesundheit vor allem unserer Kinder und Jugendlichen". Wenn die Legalisierung doch noch kommen sollte, sei Bayern entschlossen, sich weiter mit aller Macht gegen den Cannabis-Konsum zu stemmen.

Die Legalisierung ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der Ampel. Über den Gesetzentwurf wurde lange beraten. Im November bestĂ€tigte Minister Lauterbach dann, dass die Cannabis-Legalisierung nicht wie geplant zum 1. Januar, sondern spĂ€ter kommen wird.

@ dpa.de