SPD weist Bullshit-Kritik der KassenĂ€rzte zurĂŒck
06.04.2026 - 14:48:51 | dts-nachrichtenagentur.dePantazis bekrĂ€ftigte zudem SPD-Fraktionschef Matthias Mierschs Forderung nach einer Termingarantie: "Ein System, das trotz steigender Ausgaben weiterhin durchschnittliche Wartezeiten von rund 42 Tagen produziert, braucht nicht mehr Geld nach dem GieĂkannenprinzip, sondern endlich eine bessere Steuerung." Entscheidend sei, dass Termine "medizinisch notwendig und sinnvoll vergeben werden", so der Sozialdemokrat.
Gassens Wortwahl gegenĂŒber Miersch kritisierte Pantazis als "respektlos und entlarvend". Eine Termingarantie sei kein "Bullshit", sondern Ausdruck eines legitimen Anspruchs der Patienten auf verlĂ€ssliche und zeitnahe Versorgung. Bei der finanziellen Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung werde sich die SPD "nicht von partikularen Interessen" oder "Drohkulissen" leiten lassen. Wer mit lĂ€ngeren Wartezeiten argumentiere, um eigene ökonomische Interessen zu verteidigen, riskiere, Patienten "faktisch in Geiselhaft zu nehmen".
Ebenfalls kritisch zu Gassens Aussagen Ă€uĂerte sich die Union. "Die aktuelle Debatte zu den VorschlĂ€gen der GKV-Finanzkommission ist geprĂ€gt von Zuspitzungen und dem Versuch, vor allem darzulegen, was alles nicht funktioniert. Genau das hilft an dieser Stelle nicht weiter", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Susanne Borchardt (CDU). "Wer jetzt reflexartig Probleme skizziert, verteidigt hĂ€ufig vor allem die eigene ZustĂ€ndigkeit, anstatt den Blick auf das Gesamtsystem zu richten." Borchardt kĂŒndigt an: "Wir werden ein BĂŒndel an MaĂnahmen brauchen, das ineinandergreift und das System insgesamt tragfĂ€hig weiterentwickelt." Ziel sei ein ausgewogenes Gesetzespaket, welches die Versorgung verlĂ€sslich sichere und gleichzeitig die BĂŒrger "spĂŒrbar entlastet".
Die GrĂŒnen-Fraktion kritisierte die ĂuĂerungen des KBV-Chefs ebenfalls. "Die Warnungen von Herrn Gassen sind vor allem eines: ein politisches Druckmittel der Ă€rztlichen Standesvertretung. Mit der Drohung kĂŒnstlicher Terminverknappung Ăngste zu schĂŒren, ist unredlich und hat mit Ă€rztlicher Verantwortung wenig zu tun", sagte Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen der "Welt". Wer "flĂ€chendeckende Verschlechterungen" in Aussicht stelle, "stellt die eigene LeistungsfĂ€higkeit grundsĂ€tzlich selbst infrage". Wenn bestehende Strukturen das nicht mehr leisten, mĂŒsse man KrankenhĂ€user stĂ€rker fĂŒr die ambulante Versorgung öffnen. Dahmen Ă€uĂerte sich ablehnend zum Miersch-VorstoĂ: "Eine starre Termingarantie greift zu kurz. Entscheidend ist nicht eine politisch gesetzte Frist, sondern eine Versorgung nach medizinischer Notwendigkeit."
Zuspruch bekam der KBV-Chef von der AfD im Bundestag. "Gassen hat recht. Es ist höchste Zeit die Budgetierung abzuschaffen, damit jede Behandlung eines Kassenpatienten auch vergĂŒtet wird", sagte der fĂŒr Gesundheitspolitik zustĂ€ndige Sprecher Martin Sichert. "Schon jetzt kosten die langen Wartezeiten viele Menschenleben. Wer jetzt bei niedergelassenen Ărzten kĂŒrzt, der tötet Patienten." Eine Termingarantie lehnte Sichert ab: Eine solche "ist eine Utopie, die nur zu mehr BĂŒrokratie fĂŒhrt". Es mĂŒsse die Budgetierung abgeschafft und BĂŒrokratie abgebaut werden, dann könnten Ărzte mehr Patienten behandeln, "und die Wartezeiten sinken automatisch".
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