Linke stellen Antrag auf Gruppen-Bildung im Bundestag
30.11.2023 - 21:06:48 | dpa.deDie Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag wollen nach der geplanten Auflösung ihrer Fraktion am kommenden Mittwoch als sogenannte Gruppe gemeinsam weiter Politik machen. Ein entsprechender Antrag solle umgehend beim BundestagsprÀsidium eingereicht werden, teilte Fraktionschef Dietmar Bartsch in Berlin mit.
Zur Zulassung einer Gruppe und zur Bestimmung von deren Rechten braucht es einen Bundestagsbeschluss. Eine Gruppe hat im Vergleich zu einer Fraktion weniger parlamentarische Rechte, etwa beim Stellen von Anfragen an die Regierung, wie Bartsch bestĂ€tigte, und sie bekommt weniger finanzielle UnterstĂŒtzung aus der Staatskasse. Die Details werden im entsprechenden Bundestagsbeschluss festgelegt. Bis dahin ist auch offen, wo die Abgeordneten der Linken im Plenarsaal kĂŒnftig sitzen werden.
Die Linksfraktion hatte Mitte November ihre Auflösung zum 6. Dezember beschlossen. Hintergrund ist der Austritt der frĂŒheren Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und neun weiterer Abgeordneter aus der Partei. Ohne sie verliert die Fraktion ihre MindestgröĂe von 37 Abgeordneten und muss liquidiert werden.
Auch Wagenknecht und ihre Mitstreiter streben den Status einer Gruppe an. Wann der Antrag dafĂŒr gestellt werde, entscheide sich in den kommenden Wochen, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. Die 54-JĂ€hrige will im Januar eine neue Partei grĂŒnden.
Bartsch: «Runter geht's schnell, bergauf ist es deutlich schwieriger»
Bartsch zeigte sich kĂ€mpferisch. Man werde im Bundestag weiterhin die Stimme fĂŒr soziale Gerechtigkeit sein. «Wir bleiben die linke Opposition.» Ziel sei es, bei der Bundestagswahl 2025 in FraktionsstĂ€rke ins Parlament zurĂŒckzukehren. «Das ist harte Arbeit. Runter geht's schnell, bergauf ist es deutlich schwieriger.» Der bisherige Fraktionschef wird nach eigenen Angaben auch Vorsitzender der geplanten Bundestagsgruppe der Linken. Er sei von den 28 Mitgliedern der Noch-Fraktion einstimmig dazu aufgefordert worden, sagte er.
Mit der Auflösung der Fraktion verlieren auch 108 BeschĂ€ftigte, etwa BĂŒromitarbeiter, ihre Arbeit. Wie viele davon ĂŒbernommen werden könnten, konnte Bartsch nicht sagen. Das wird auch davon abhĂ€ngen, wie viel Geld die kĂŒnftige Gruppe zur VerfĂŒgung haben wird. ZunĂ€chst wĂŒrden nach dem 6. Dezember alle ihre KĂŒndigung bekommen. «Wir werden die Menschen, die uns enorm wichtig sind, inhaltlich und politisch, die werden wir auch in der neuen Gruppe vermutlich behalten.»
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