Kiew, Starlink-Schmuggel

Kiew: Starlink-Schmuggel fĂŒr Russland lĂ€uft ĂŒber arabische LĂ€nder

13.02.2024 - 10:25:09

Die Ukraine wirft arabischen LĂ€ndern vor, die Lieferung militĂ€risch wichtiger AusrĂŒstung fĂŒr die Nutzung des US-Internetdienstes Starlink nach Russland zuzulassen.

"Die Starlink-Terminals kaufen die Besatzer in den arabischen LĂ€ndern", schrieb der ukrainische MilitĂ€rgeheimdienst HUR am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal unter Berufung auf abgehörte GesprĂ€che russischer Soldaten. Das von dem MilliardĂ€r Elon Musk betriebene Satellitennetzwerk Starlink bietet Internetzugang und wird von der Ukraine auch zur Steuerung von Waffensystemen bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion genutzt. Diese Kommunikation galt als einer der wenigen Vorteile, die Kiew gegenĂŒber der hochgerĂŒsteten russischen Armee im Krieg hatte.

Vergangene Woche teilte der ukrainische MilitĂ€rgeheimdienst allerdings mit, dass die Internetverbindung inzwischen auch vom russischen MilitĂ€r im Frontgebiet genutzt werde. Offizielle Lieferungen des GerĂ€ts haben sowohl SpaceX als auch der Kreml inzwischen dementiert. "SpaceX hat Starlink in Russland nie verkauft oder vermarktet und hat auch keine AusrĂŒstung an Standorte in Russland geliefert", teilte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag auf der Plattform X (frĂŒher Twitter) mit. Sollte SpaceX von FĂ€llen erfahren, in denen Starlink-Terminals ohne Erlaubnis genutzt wĂŒrden, werde die Firma dies prĂŒfen und das Terminal gegebenenfalls abschalten, hieß es weiter. Kremlsprecher erklĂ€rte derweil, Starlink sei in Russland nicht zertifiziert und könne daher nicht angewendet werden.

Es gehe nicht um offizielle Lieferungen, sondern um Schmuggel, beharrt hingegen Kiew und hat nun seinen dahin gehenden VorwĂŒrfe konkretisiert. "Den Worten eines der Besatzer zufolge "bringen die Araber alles: Kabel, WiFi, Router", und die Kosten eines Starlink-GerĂ€ts belaufen sich auf 200 000 Rubel" (etwa 2000 Euro), teilte der HUR mit. Ähnliche VorwĂŒrfe waren zuvor schon in US-Medien aufgetaucht, wobei die Hafenstadt Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Umschlagplatz genannt wurde.

@ dpa.de