Sexualstraftaten

Ataman fordert besseren Schutz gegen sexuelle BelÀstigung im Alltag

15.11.2025 - 01:00:00

Die UnabhĂ€ngige Bundesbeauftragte fĂŒr Antidiskriminierung, Ferda Ataman, fordert einen besseren rechtlichen Schutz fĂŒr Frauen in FĂ€llen von sexuellen BelĂ€stigungen im Alltag.

"Findet sexuelle BelĂ€stigung beim Einkaufen, im Fitnessstudio, in der Fahrschule oder bei der Wohnungssuche statt, gilt kein Diskriminierungsverbot", sagte Ataman den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). "Gerade wird darĂŒber diskutiert, das Strafrecht zu verschĂ€rfen, um besser vor sexueller BelĂ€stigung zu schĂŒtzen. Das ist richtig und wichtig. Aber sexuelle BelĂ€stigung findet auch im Alltag statt", hob Ataman hervor. Am Arbeitsplatz gelte sexuelle BelĂ€stigung als Diskriminierung und sei verboten.

Ataman drĂ€ngt daher auf eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), um Frauen auch im Alltag besser vor sexueller BelĂ€stigung zu schĂŒtzen. Nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle nehmen die FĂ€lle von Berichten ĂŒber sexuelle BelĂ€stigungen in Alltagssituationen etwa in der Fahrschule oder bei der Wohnungsvermietung zu. "Uns berichten Frauen zum Beispiel, dass sie bei der Wohnungssuche mit ungewollten sexuellen AnzĂŒglichkeiten konfrontiert werden", sagte Ataman. "Solange der Schutz vor sexueller BelĂ€stigung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aber nicht auf AlltagsgeschĂ€fte ausgeweitet wird, können sie nichts dagegen tun." Diese LĂŒcke mĂŒsse dringend geschlossen werden. Auch der CDU-Politiker Martin Plum plĂ€diert dafĂŒr, Frauen vor sexueller BelĂ€stigung zu schĂŒtzen. "Sexuelle BelĂ€stigung ist in jeder Form inakzeptabel und darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben - weder am Arbeitsplatz noch im Alltag", sagte der Bundestagsabgeordnete und Obmann der Unionsfraktionen im Rechtsausschuss den Funke-Zeitungen. Jedoch biete das BĂŒrgerliche Gesetzbuch bereits heute einen "schnellen, wĂŒrdigen und wirksamen Rechtsschutz". Im Koalitionsvertrag von Union und SPD sei vereinbart, das AGG zu reformieren, so Plum. Man prĂŒfe weiteren Handlungsbedarf. "UnĂŒberlegte SchnellschĂŒsse helfen den Betroffenen nicht weiter", hob Plum hervor.

@ dts-nachrichtenagentur.de