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Union macht Druck bei Hafenstrategie - Im MĂ€rz im Kabinett

23.02.2024 - 17:02:14

Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag fordert von der Ampel-Regierung die Vorlage der lange angekĂŒndigten Nationalen Hafenstrategie.

"Die Bundesregierung ist gefordert, die deutschen HĂ€fen und die Schifffahrt endlich in ihrer nationalen Bedeutung anzuerkennen, als nationale Aufgabe zu entwickeln und zu finanzieren", heißt es in einem Antrag von CDU und CSU, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Bundesverkehrsministerium wies die Kritik zurĂŒck. "Die Regierung ist sich der Bedeutung der HĂ€fen sehr bewusst", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag der dpa.

"Die vielen unterschiedlichen Interessen der einzelnen HĂ€fen, Umwelt- und WirtschaftsverbĂ€nde unter einen Hut zu bringen, ist keine triviale Angelegenheit", sagte er. Dennoch sei man zuversichtlich, die Hafenstrategie am 20. MĂ€rz im Kabinett beschließen zu können. UrsprĂŒnglich war dies schon im Herbst vergangenen Jahres erwartet worden.

"Die Ampelkoalition geht offensichtliche Probleme der deutschen HĂ€fen wie den zunehmenden Schlick, den ĂŒberfĂ€lligen Ausbau der Hinterlandanbindungen und den riesigen Sanierungsbedarf nicht konsequent an", monierte der Unionsobmann im Verkehrsausschuss, der Hamburger CDU-Abgeordnete Christoph Ploß. Die deutschen HĂ€fen brĂ€uchten "endlich klare, auch finanziell hinterlegte Zusagen fĂŒr Investitionen in die Hafeninfrastruktur und einen strategischen Plan fĂŒr die nĂ€chsten Jahre - sonst werden sie im europĂ€ischen und internationalen Wettbewerb weiter zurĂŒckfallen", warnte er.

Auch Hafenwirtschaft und die KĂŒstenlĂ€nder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern fordern vom Bund seit Langem eine deutliche Aufstockung der Bundesmittel zur Finanzierung der SeehĂ€fen. Allein fĂŒr die Infrastruktur fallen demnach pro Jahr aufgrund gestiegener Kosten 400 Millionen Euro an.

"Auch wenn die Hafeninfrastruktur grundsĂ€tzlich in die ZustĂ€ndigkeit der LĂ€nder fĂ€llt, steht die Bundesregierung im engen Dialog mit den LĂ€ndern und den beteiligten Bundesressorts, um tragfĂ€hige Lösungen fĂŒr eine angemessene Beteiligung des Bundes an den Kosten der LĂ€nder zu erreichen", sagte der Sprecher des FDP-gefĂŒhrten Verkehrsministeriums. "Der Bund steht zur gemeinsamen Verantwortung fĂŒr die notwendigen Hafeninfrastrukturen, wie dies im aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten ist"

Ploß verwies darauf, dass ĂŒber die deutschen HĂ€fen etwa zwei Drittel des deutschen Außenhandels abgewickelt wĂŒrden und rund 70 Prozent des deutschen Energiebedarfs. Zudem sei die Seeschifffahrt die mit Abstand klimafreundlichste Warentransportmethode. "Die deutschen HĂ€fen sichern in ganz Deutschland Wohlstand, BeschĂ€ftigung und Versorgungssicherheit", sagte er. Deshalb mĂŒsse die Ampelkoalition endlich handeln. UrsprĂŒnglich sollte die Hafenstrategie bereits zur Nationalen Maritimen Konferenz im September vergangenen Jahres vorliegen.

In dem Unionsantrag wird unter anderem gefordert, dass die seeseitige Erreichbarkeit der HĂ€fen - insbesondere durch einen Aktionsplan zur Schlickbeseitigung und ein lĂ€nderĂŒbergreifendes Sedimentmanagement - sichergestellt werden mĂŒsse.

Hier habe der Bund mit der Einrichtung eines Sedimentmanagementboards bereits die Initiative fĂŒr eine abgestimmte Lösung ergriffen, in dem die unterschiedlichen Interessen der LĂ€nder zu einer gemeinsamen Strategie zum Umgang mit dem in der Hafen-, GewĂ€sser- und Wasserstraßenunterhaltung anfallenden Sediment gebĂŒndelt wĂŒrden, hieß es aus dem Ministerium.

"Im Sedimentmanagementboard wird aktuell konstruktiv mit allen Betroffenen an einer langfristig tragfÀhigen Lösung gearbeitet. Erforderlich bleibt, dass sich die LÀnder mit ihren unterschiedlichen Interessen zu einer gemeinsamen Sedimentstrategie bekennen", sagte der Sprecher. Der Bund trage in seiner ZustÀndigkeit konstruktiv zu dieser einvernehmlichen und nachhaltigen Lösung bei.

@ dpa.de