Bundesweite, Bombendrohungen

Bundesweite Bombendrohungen gehen weiter

27.10.2023 - 12:07:09

Die Urheber sind anonym, die HintergrĂŒnde oft unklar: Bombendrohungen sorgen seit einigen Tagen bundesweit verstĂ€rkt fĂŒr PolizeieinsĂ€tze. Heute mĂŒssen erneut Einrichtungen gerĂ€umt werden.

  • Die Polizei muss erneut Schulen nach Bombendrohungen rĂ€umen. - Foto: Marijan Murat/dpa

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  • Polizeifahrzeuge stehen nach einer Bombendrohung vor dem Erfurter Rathaus. - Foto: Martin Schutt/dpa

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  • EinsatzkrĂ€fte der Polizei stehen vor dem Hegel-Gymnasium im Stadtbezirk Vaihingen. Die Einrichtung wurde gerĂ€umt. - Foto: Andreas Rosar/dpa

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  • EinsatzkrĂ€fte der Polizei stehen vor dem Hegel-Gymnasium im Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen. Die Einrichtung wurde gerĂ€umt. - Foto: Andreas Rosar/dpa

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  • In Mannheim wurde wegen einer Drohmail die Hochschule der Bundesagentur fĂŒr Arbeit gerĂ€umt. - Foto: Rene Priebe/dpa

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Die Polizei muss erneut Schulen nach Bombendrohungen rĂ€umen. - Foto: Marijan Murat/dpaPolizeifahrzeuge stehen nach einer Bombendrohung vor dem Erfurter Rathaus. - Foto: Martin Schutt/dpaEinsatzkrĂ€fte der Polizei stehen vor dem Hegel-Gymnasium im Stadtbezirk Vaihingen. Die Einrichtung wurde gerĂ€umt. - Foto: Andreas Rosar/dpaEinsatzkrĂ€fte der Polizei stehen vor dem Hegel-Gymnasium im Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen. Die Einrichtung wurde gerĂ€umt. - Foto: Andreas Rosar/dpaIn Mannheim wurde wegen einer Drohmail die Hochschule der Bundesagentur fĂŒr Arbeit gerĂ€umt. - Foto: Rene Priebe/dpa

Auch heute hat es bundesweit wieder zahlreiche Bombendrohungen gegeben. In verschiedenen BundeslĂ€ndern meldete die Polizei am Morgen erneut Drohungen, die meist per Mail bei Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen eingingen. Die GebĂ€ude wurden gerĂ€umt und durchsucht, SpĂŒrhunde waren vielerorts im Einsatz. ZunĂ€chst konnte in keinem der FĂ€lle eine reale Bedrohungslage bestĂ€tigt werden.

«Ob mit den Drohungen ein extremistisches Ziel verfolgt wird oder es sich möglicherweise um Trittbrettfahrer handelt, die sich zur VerstĂ€rkung der Wirksamkeit ihrer Drohungen als Hamas bezeichnen, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend bewerten», sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin. Man könne auch noch nicht sagen, «dass es da eine einheitliche Linie gibt». Fest stehe, dass es noch zu keinem Schaden gekommen sei.

Die Ermittlungen lĂ€gen in der ZustĂ€ndigkeit der BundeslĂ€nder, die sich auch austauschten, sagte die Ministeriumssprecherin in der Bundespressekonferenz. Zum gesamten Nahost-Konflikt gebe es aber im Bundeskriminalamt eine so genannte Informationssammelstelle, die unmittelbar nach Beginn des Krieges eingerichtet worden sei. «Das ist ein ĂŒbliches polizeiliches Verfahren.» Dort liefen alle Informationen zusammen, auch die zu Bombendrohungen.

ThĂŒringen

In Erfurt war am Morgen das Rathaus wegen einer Bombendrohung zwischenzeitlich abgesperrt worden. Es war ein SpĂŒrhund im Einsatz, um das GebĂ€ude abzusuchen, wie eine Sprecherin der Erfurter Polizei sagte.

Die Drohung sei per E-Mail eingegangen, ob es ein politisches Motiv gibt, wollte die Sprecherin zunÀchst nicht sagen. Mitarbeiter seien gebeten worden, das GebÀude zu verlassen, oder zu Hause zu bleiben. Den Angaben nach waren von der Sperrung teilweise auch Bereiche um das Rathaus betroffen - etwa eine Bankfiliale.

Der MDR berichtete zudem von Bombendrohungen an Schulen in Erfurt und Neudietendorf (Landkreis Gotha). Auf der Homepage des Erfurter Gymnasiums Albert Schweitzer stand, dass wegen einer Bombendrohung alle SchĂŒler und Lehrer zu Hause bleiben mĂŒssen. Eine Sprecherin der Polizei Gotha sagte, an der Schule in Neudietendorf sei die Polizei vor Ort.

Den Angaben nach gab es auch Drohschreiben an einer Schule im Ilm-Kreis und in einem Busunternehmen im Landkreis Gotha. Es werde geprĂŒft, ob es ZusammenhĂ€nge zu anderen regionalen und ĂŒberregionalen Bedrohungslagen gebe, hieß es von der Polizei.

Baden-WĂŒrttemberg

In Baden-WĂŒrttemberg hat die Polizei am Morgen fĂŒnf Schulen und eine Hochschule gerĂ€umt. ZunĂ€chst ging eine Bombendrohung in Schorndorf ein, spĂ€ter auch in Fellbach, Waiblingen (alle drei im Rems-Murr-Kreis) und Stuttgart-Vaihingen. Auch bei einer Schule in Göppingen ging vor Schulbeginn eine Drohmail ein. Alle Schulen wurden nach verdĂ€chtigen GegenstĂ€nden abgesucht, die Umgebung abgesperrt. Die EinsatzkrĂ€fte konnten allerdings nichts finden.

In Mannheim wurde wegen einer Drohmail zudem die Hochschule der Bundesagentur fĂŒr Arbeit gerĂ€umt. 150 Studierende hĂ€tten am Morgen das GebĂ€ude verlassen mĂŒssen, bestĂ€tigte ein Polizeisprecher. Die Maßnahmen seien aber mittlerweile abgeschlossen, es bestehe keine GefĂ€hrdung mehr.

Das Innenministerium Baden-WĂŒrttemberg berichtete auf Nachfrage, dass bislang alle PolizeiprĂ€sidien autark an den FĂ€llen arbeiteten. Man habe das noch nicht zusammengezogen, weil sich bisher die Ernsthaftigkeit der Drohungen nicht bestĂ€tigt habe, sagte eine Sprecherin.

Es werde aber jedes Mal geprĂŒft, ob die FĂ€lle zusammengezogen werden sollten. «Wir beobachten das akribisch und prĂŒfen die Drohungen jedes Mal auf Echtheit», sagte eine Sprecherin. Man nehme jede Drohung ernst. BezĂŒge zum Konflikt im Nahen Osten konnte die Sprecherin nicht bestĂ€tigen.

Drohungen auch in Bayern und NRW

Auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen kam es am Morgen zu SchulrĂ€umungen infolge von Drohschreiben. In Augsburg wurde ein Gymnasium gesperrt und mit SpĂŒrhunden durchsucht, die Ermittler gingen allerdings nach Polizeiangaben von einer geringen GefĂ€hrdungslage aus.

In Holzwickede östlich von Dortmund musste der Unterricht ebenfalls ausfallen. Vor Ort laufe ein grĂ¶ĂŸerer Polizeieinsatz, Hinweise auf Gefahr fĂŒr LehrkrĂ€fte, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bestand nach Stand am Morgen aber nicht, wie die Polizei mitteilte.

Behörden sehen noch keine einheitliche Linie

Die HintergrĂŒnde der zunehmenden Bombendrohungen in Deutschland sind nach Darstellung des Bundesinnenministeriums noch nicht eindeutig klar. «Ob mit den Drohungen ein extremistisches Ziel verfolgt wird oder es sich möglicherweise um Trittbrettfahrer handelt, die sich zur VerstĂ€rkung der Wirksamkeit ihrer Drohungen als Hamas bezeichnen, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend bewerten», sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin.

Sie wies darauf hin, dass es nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel zuerst in Frankreich solche VorfÀlle gegeben habe. SpÀter seien erste Bombendrohungen auch in Deutschland eingegangen, in denen ein Bezug zum aktuellen Nahost-Konflikt hergestellt worden sei.

Seit dieser Woche gebe es deutlich mehr solcher Drohungen. Man könne noch nicht sagen, «dass es da eine einheitliche Linie gibt», sagte die Ministeriumssprecherin in der Bundespressekonferenz. «Fest steht auch, dass es bislang noch zu keinem Schaden kam.»

@ dpa.de