Vereinigte Arabische Emirate, Investitionen Deutschland

VAE planen Staatsbesuch und Milliardeninvestitionen in Deutschland

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 16:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen im Rahmen des Staatsbesuchs von Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan ab Donnerstag zahlreiche Vereinbarungen mit Milliardeninvestitionen in die deutsche Wirtschaft schließen. Zugleich streben beide Seiten eine strategische Partnerschaft und eine mögliche Freihandelsvereinbarung mit der EU an.

VAE kündigen Milliardeninvestitionen in Deutschland an
Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Vereinigten Arabischen Emirate stellen im Zusammenhang mit dem Staatsbesuch von Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan ab Donnerstag Milliardeninvestitionen in die deutsche Wirtschaft in Aussicht. Im Zuge des ersten Besuchs eines Staatschefs der Emirate in Deutschland sollen nach Angaben aus Abu Dhabi zahlreiche Vereinbarungen zwischen Regierungen und Unternehmen geschlossen werden.

Bis zu 45 Vereinbarungen mit Milliardenvolumen

Die Staatsministerin im Außenministerium der VAE, Lana Nusseibeh, kündigte an, dass während der dreitägigen Visite voraussichtlich 40 bis 45 Abkommen unterzeichnet werden. Dabei geht es ihren Angaben zufolge um Investitionen in Milliardenhöhe in deutsche Unternehmen und Projekte sowie um neue Geschäftschancen für deutsche Firmen in den Emiraten. Besonders gefragt sei dabei deutsches Know-how in Bereichen wie Technologie, Innovation und sauberer Energie.

Deutschland als Partner für Technologie und saubere Energie

Nusseibeh hob hervor, dass die Bundesrepublik bei Zukunftstechnologien und der Entwicklung sauberer Energien eine führende Rolle einnehme. Die VAE sehen Deutschland damit als wichtigen Partner für ihre eigene wirtschaftliche Transformation und für den Ausbau ihres Energiemixes. Zugleich will Abu Dhabi deutschen Unternehmen einen erleichterten Zugang zum Golfstaat und zu weiteren Märkten im Nahen Osten ermöglichen.

Strategische Partnerschaft und Freihandelspläne

Mit dem Staatsbesuch soll die Beziehung zu Deutschland nach Angaben der Emirate zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft ausgebaut werden. Die Regierung der VAE hält darüber hinaus den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union für realistisch. Man betont dabei die gegenseitige Bedeutung als Handelspartner: Die Emirate verstehen sich als Tor zum Nahen Osten, während Europa als großer Wirtschaftsraum gilt.

Weitere Verhandlungen bis Jahresende geplant

Nach Aussage von Nusseibeh ist die Motivation auf beiden Seiten hoch, die anstehenden Abkommen und ein mögliches Freihandelsabkommen voranzubringen. Einige Punkte würden derzeit noch von technischen Verhandlungsteams ausgearbeitet, eine weitere Gesprächsrunde ist in etwa einem Monat vorgesehen. Die VAE hoffen auf spürbare Fortschritte vor Jahresende, wie Nusseibeh betonte, und zeigen sich mit Blick auf den Ausbau der Beziehungen zu Deutschland optimistisch.

Der angekündigte Staatsbesuch von Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan markiert eine erneute Annäherung zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In einer Phase, in der Deutschland seine Energieversorgung breiter aufstellen und neue Investitionsquellen erschließen will, stellen Milliardeninvestitionen aus den Emiraten einen bedeutsamen Impuls dar. Sie können sowohl klassische Branchen wie Industrie und Infrastruktur als auch Zukunftsfelder wie saubere Energien und Hightech stärken.

Strategische Ausrichtung und wirtschaftlicher Kontext

Die VAE verfolgen seit Jahren das Ziel, ihre Wirtschaft zu diversifizieren und weniger abhängig von fossilen Einnahmen zu sein. Investitionen in innovative Technologien und klimafreundliche Energieprojekte in Europa passen zu dieser Strategie. Für deutsche Unternehmen eröffnet sich umgekehrt der Zugang zu einem finanzstarken Markt und einer regionalen Drehscheibe für Geschäfte im Nahen Osten. Wenn sich die angekündigten 40 bis 45 Vereinbarungen materialisieren, könnten sie über einzelne Projekte hinaus langfristige Kooperationen begründen, etwa bei Wasserstoff, erneuerbaren Energien oder digitaler Infrastruktur.

Freihandelsperspektive und politische Dimension

Die von Lana Nusseibeh als realistisch bezeichnete Option eines Freihandelsabkommens zwischen den VAE und der EU hat eine politische Dimension. Ob es dazu kommt, hängt von komplexen Verhandlungen zu Zollfragen, Marktöffnung und Standards ab. Für die deutsche und europäische Wirtschaft wäre ein solches Abkommen angesichts der Größe des europäischen Binnenmarkts und der Rolle der Emirate als "Tor zum Nahen Osten" potenziell attraktiv. Zugleich steht jede vertiefte Partnerschaft mit den VAE in einem größeren außenpolitischen Kontext, in dem wirtschaftliche Interessen, Sicherheitskooperation und Menschenrechtsfragen zusammengedacht werden müssen.

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