NRW, Gesundheit

Laumann erwartet kein Kliniksterben in lÀndlichen Regionen

06.08.2023 - 08:24:34

Die von Bund und LĂ€ndern vereinbarte Krankenhausreform wird nach Ansicht des nordrhein-westfĂ€lischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) nicht zu einem Kliniksterben in lĂ€ndlichen Regionen fĂŒhren.

"Auf dem Land wird sich sehr wahrscheinlich wenig Àndern, da wir da schon oft eine Unterversorgung haben", sagte er dem "Spiegel". Von VerÀnderungen oder Fusionen könnten eher KrankenhÀuser in bisher gut versorgten Gebieten betroffen sein, in denen mehrere Kliniken mit gleichem Versorgungsangebot miteinander konkurrieren: "Die Doppelstrukturen haben wir vor allem in den Ballungsgebieten", sagte Laumann.

Bund und LĂ€nder hatten sich Mitte Juli auf Eckpunkte fĂŒr eine umfassende Krankenhausreform geeinigt. Die PlĂ€ne orientieren sich weitgehend an einem Modell, welches Laumanns Ministerium in Nordrhein-Westfalen entwickelt hat. Es sieht vor, dass den Kliniken kĂŒnftig "Leistungsbereiche" fĂŒr medizinische Behandlungen zugewiesen werden, etwa fĂŒr Allgemeine Chirurgie, Kardiologie oder Intensivmedizin. FĂŒr jeden Leistungsbereich, den sie anbieten, sollen die Kliniken kĂŒnftig festgelegte Standards einhalten mĂŒssen, etwa eine bestimmte Mindestzahl von Operationen pro Jahr sowie eine vorgegebene Zahl von FachĂ€rzten in diesem Bereich. Dadurch soll die QualitĂ€t der Behandlungen steigen, teure Doppelstrukturen konkurrierender Kliniken sollen durch Fusionen und Schließungen von Abteilungen und KrankenhĂ€usern abgebaut werden. Allerdings haben die LĂ€nder in der Vereinbarung durchgesetzt, dass die Krankenhausplanung weiterhin in ihrer Hand bleiben soll und damit auch die Grundsatzentscheidung ĂŒber Standorte. Ziel ist es beispielsweise, auch in lĂ€ndlichen Regionen nicht mehr als 30 Minuten bis zum nĂ€chsten Krankenhaus mit Notaufnahme fahren zu mĂŒssen. Eine Einteilung der Kliniken in mindestens drei verschiedene Level fĂŒr große Maximalversorger, mittlere Spezialkliniken und kleine Grundversorger, wie sie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) anstrebt, sieht Laumann mit Skepsis. Diese Kategorisierung könne dazu fĂŒhren, dass die Patienten nur noch in Kliniken mit dem höchsten Level drei drĂ€ngen wĂŒrden, zulasten gut gefĂŒhrter kleinerer HĂ€user: "Am Ende werden die Leute einfach sagen, große KrankenhĂ€user sind gute KrankenhĂ€user", so Laumann. "Dabei kann eine Lungenfachklinik in diesem Bereich mindestens genauso gut sein wie eine UniversitĂ€tsklinik."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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