Weltgemeinschaft bekrÀftigt Kampf gegen Armut
03.07.2025 - 15:07:02 | dpa.deDie US-Regierung steht multilateraler Kooperation und den UN-Zielen fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung skeptisch gegenĂŒber. Die USA billigten deshalb auch nicht die "Verpflichtung von Sevilla", die bei der UN-Konferenz fĂŒr Entwicklungsfinanzierung in der sĂŒdspanischen Metropole von 192 LĂ€ndern angenommen worden war.
Vier Billionen Dollar dringend gesucht
Trump hatte nach dem Beginn seiner zweiten Amtszeit die US-Hilfen um rund 80 Prozent zusammenstreichen lassen, was etwa einem Viertel aller weltweiten Entwicklungshilfe entspricht. Die FinanzierungslĂŒcke ist nach UN-SchĂ€tzungen mittlerweile auf mindestens 4 Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) jĂ€hrlich angewachsen.
Diese LĂŒcke wurde bei der Konferenz in Sevilla nicht annĂ€hernd geschlossen, was nach Worten des Finanzexperten Bodo Ellmers von der Nichtregierungsorganisation Global Policy Forum Europe aber auch nicht vorrangiges Ziel gewesen sei. Stattdessen sollten nach seinen Worten Strukturreformen in den Bereichen Steuerkooperation, Schuldenkrisenmanagement oder Reform internationaler Finanzinstitutionen vereinbart werden. Derzeit leben 3,4 Milliarden Menschen in LĂ€ndern, die mehr fĂŒr Schuldzinsen ausgeben mĂŒssen, als fĂŒr Bildung und Gesundheit ĂŒbrigbleibt.
Finanzexperte: Reformprojekt nur "mittelmĂ€Ăig gelungen"
Dieses Reformprojekt sei in Sevilla aber "nur mittelmĂ€Ăig gut gelungen", kritisierte Ellmers. "Es sind kaum konkrete MaĂnahmen oder auch konkrete Mengenziele oder Zeitziele enthalten." Ob die FinanzierungslĂŒcke nun weiter anwachsen werde, hĂ€nge von der konkreten Umsetzung der Vereinbarungen ab.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hatte die Vereinbarung dennoch als "kraftvollen Schub fĂŒr eine gerechtere Welt" gelobt. "Trotz der schwierigen Weltlage, der Konflikte und nationalistischer Tendenzen ziehen hier beinahe alle Staaten an einem Strang", betonte sie am ersten Konferenztag.
Rund 12.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Finanzinstitutionen hatten von Montag bis Donnerstag darĂŒber beraten, wie die 2015 von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 trotz aller Schwierigkeiten doch noch erreicht werden könnten. Es geht dabei um die Beendigung der Armut, die Gleichstellung der Geschlechter, die Verringerung der Ungleichheiten oder den Klimaschutz.
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