Windbranche zu Hafenstrategie: Bund wird Verantwortung nicht gerecht
20.03.2024 - 15:06:21In Bezug auf das wichtigste Ziel, HĂ€fen zu Knotenpunkten der Energiewende zu machen, werde Berlin der Verantwortung nicht gerecht, heiĂt es in einer Mitteilung mehrerer VerbĂ€nde aus dem Bereich der Windenergie vom Mittwoch. "Die Energiewende ist politisch durch den Bund beschlossen und stellt eine nationale Aufgabe dar, die ohne den Ausbau der notwendigen HafenkapazitĂ€ten deutlich ausgebremst zu werden droht."
Zentrales Manko der am Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedeten Nationalen Hafenstrategie ist laut den VerbĂ€nden das Thema Finanzen, das auch fĂŒr Zwist zwischen Bund und KĂŒstenlĂ€ndern sorgt. "Die heute vorgestellte Strategie zur StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit des Hafenstandortes Deutschland enthĂ€lt viele wichtige und zielfĂŒhrende MaĂnahmen, darunter beschleunigte und vereinfachte FlĂ€chenbereitstellungen und Genehmigungsverfahren sowie Initiativen zur FachkrĂ€ftegewinnung und -ausbildung", hieĂ es zwar.
Aber die Regierung mĂŒsse den Bedarf der Energiewende stĂ€rker berĂŒcksichtigen. "Sie muss jetzt schnellstens eine schlĂŒssige und stabile Finanzierungsgrundlage fĂŒr die Hafenstrategie schaffen, die ihre selbst gesteckten Ziele aus dem Koalitionsvertrag nachhaltig unterlegt", fordern der Bundesverband WindEnergie (BWE), der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO), die Branchennetzwerke WAB und Wind Energy Network (WEN) sowie die Stiftung Offshore Windenergie sowie das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg.
Die VerbĂ€nde nennen vor allem Cuxhaven, wo rund 80 Prozent aller in Deutschland verbauten RotorblĂ€tter anlandeten. Dort seien die KapazitĂ€ten schon jetzt knapp. "Cuxhaven hat als einziger der deutschen HochseehĂ€fen bereits einen Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung seiner FlĂ€chen", hieĂ es. "Dennoch ist die Finanzierung des Projektes noch immer nicht abschlieĂend geklĂ€rt, weil der Bund sich hier nicht seiner Aufgabe stellt."

