Hessen, Niedersachsen

Hessen und Niedersachsen: Flottengrenzwerte spÀter verschÀrfen

10.11.2024 - 01:00:00

Die Wirtschaftsminister aus Hessen, Kaweh Mansoori (SPD), und Niedersachsen, Olaf Lies (SPD), fordern angesichts der Krise der Automobilindustrie insbesondere mit Blick auf Volkswagen ein Aussetzen oder eine Verschiebung der verschÀrften CO2-Flottengrenzwerte.

"Die Umsetzung der geltenden EU-Regelung wĂŒrde nicht nur zu einer weiteren Destabilisierung sorgen, sondern auch unzĂ€hlige ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrden", schreiben die beiden Wirtschaftsminister in einem gemeinsamen Statement, ĂŒber das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben) berichten. "Es geht um Zigtausende von ArbeitsplĂ€tzen in Europa und um die WettbewerbsfĂ€higkeit der europĂ€ischen Automobilindustrie, auf die nun nach den US-Wahlen auch noch weitere Handelshemmnisse zukommen könnten", heißt es darin weiter. Im kommenden Jahr sollen die CO2-Flottengrenzwerte von aktuell durchschnittlich 115,1 Gramm CO2 pro Kilometer und pro Fahrzeug auf 93,6 Gramm CO2 sinken. Nicht eingehaltene Flottengrenzwerte sollen mit Strafzahlungen sanktioniert werden.

"Um die Strafzahlungen abzuwenden, ist zu befĂŒrchten, dass die Hersteller den Verkauf von herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen drosseln - und sich so in ihrem Absatz selbst beschrĂ€nken mĂŒssen", befĂŒrchten Mansoori und Lies. Es drohe ein "Teufelskreislauf", der die Hersteller immer weiter belaste. Eine mögliche Lösungen könnte den beiden Ministern zufolge sein, die Strafzahlungen auszusetzen oder auf einen spĂ€teren Zeitpunkt zu verschieben. Ein grundsĂ€tzliches AufkĂŒndigen der Klimaziele lehnen die beiden SPD-Politiker dagegen ab. "Die Industrie verlangt klare und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen, um Sicherheit bei den zukĂŒnftigen Investitionsentscheidungen zum Hochlauf der Produktion von E-Autos zu haben. Daher dĂŒrfen die Klimaziele bis 2050 im Zuge der aktuellen Diskussion nicht zur Disposition gestellt werden." Vor allem die Krise beim grĂ¶ĂŸten deutschen Autobauer Volkswagen treibt die beiden Minister derzeit um. VW hatte angekĂŒndigt, bis zu drei Werke schließen zu wollen. In Niedersachsen gibt es sechs VW-Werke, darunter den Stammsitz in Wolfsburg. In Hessen gibt es das VW-Werk im nordhessischen Baunatal, das nach Wolfsburg die zweitmeisten BeschĂ€ftigten zĂ€hlt und in dem Originalteile und Komponenten produziert werden. Zuletzt hatten Mansoori und Lies bereits zusammen mit der Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (Berlin, SPD) und dem sĂ€chsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) fĂŒr ein "Flat-Curve-Modell" plĂ€diert, das stufenweise eine Absenkung der Grenzwerte vorsieht.

@ dts-nachrichtenagentur.de