Parteien, Familien

Schnitzer unterstĂŒtzt mehr VĂ€termonate beim Elterngeld

30.06.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat sich fĂŒr eine stĂ€rkere Beteiligung von VĂ€tern an der Elternzeit ausgesprochen.

Schnitzer unterstĂŒtzt mehr VĂ€termonate beim Elterngeld
Parteien - Mann mit Kind (Archiv) 30.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Überlegungen, den Bezug des Elterngeldes stĂ€rker an eine partnerschaftliche Aufteilung zu knĂŒpfen, seien grundsĂ€tzlich sinnvoll, sagte die Vorsitzende des SachverstĂ€ndigenrats den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich warnte sie jedoch eindringlich vor Einschnitten beim Elterngeld. "Ich verstehe diese Diskussion ĂŒberhaupt nicht", sagte Schnitzer mit Blick auf entsprechende SparĂŒberlegungen der Bundesregierung.

Familienministerin Karin Prien (CDU) hatte zuletzt vorgeschlagen, den Bezug des Elterngeldes stĂ€rker an eine gleichmĂ€ĂŸige Aufteilung der Elternzeit zwischen MĂŒttern und VĂ€tern zu koppeln. Zudem wird in der Koalition angesichts des Sparkurses erneut ĂŒber Änderungen beim Elterngeld diskutiert.

Schnitzer verwies auf Schweden als Vorbild. Dort habe eine Regelung mit verpflichtenden VĂ€termonaten dazu gefĂŒhrt, dass sich mehr VĂ€ter an der Elternzeit beteiligten und Arbeitgeber sich darauf eingestellt hĂ€tten. "Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Eine partnerschaftliche Aufteilung wĂ€re deshalb zu begrĂŒĂŸen", sagte sie.

Gleichzeitig sprach sich die Wirtschaftsweise gegen LeistungskĂŒrzungen aus. Das Elterngeld habe seit seiner EinfĂŒhrung einen grundlegenden Kulturwandel ausgelöst. "Als ich vor 30 Jahren Kinder bekommen habe, gab es praktisch nur zwei Möglichkeiten: Entweder man blieb mehrere Jahre unbezahlt zu Hause oder man ging nach wenigen Wochen wieder arbeiten." Heute kehrten viele Frauen nach etwa einem Jahr - hĂ€ufig zunĂ€chst in Teilzeit - in den Beruf zurĂŒck. "Das hat die Erwerbsbiografien von Frauen nachhaltig verĂ€ndert."

Statt das Elterngeld zu kĂŒrzen, plĂ€dierte Schnitzer sogar fĂŒr eine Erhöhung. "Inflationsbereinigt ist die Leistung deutlich gesunken. Eine Erhöhung wĂ€re aus meiner Sicht der richtige Schritt", sagte sie. "Dieses Erfolgsmodell weiter auszuhöhlen, wĂ€re ein Fehler."

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