Politisch, KriminalitÀt

Politisch motivierte KriminalitÀt steigt erneut massiv

20.05.2025 - 11:01:05

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Deutschland ist im Jahr 2024 erneut deutlich gestiegen, nachdem bereits im Vorjahr ein neuer Höchststand erreicht worden war.

Insgesamt registrierten die Sicherheitsbehörden 84.172 FÀlle, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit. Das ist ein Zuwachs um 40,22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten ist ebenfalls um 15,33 Prozent auf 4.107 Delikte angestiegen.

"Der noch nie dagewesene Anstieg der Fallzahlen politisch motivierter Straftaten ist eine bedenkliche Entwicklung, die wir mit aller Konsequenz und Entschlossenheit bekĂ€mpfen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). "Insbesondere die hohe Zahl antisemitischer Straftaten ist nicht hinnehmbar." Mit 42.788 Delikten wurden gut die HĂ€lfte aller PMK-Straftaten 2024 im PhĂ€nomenbereich PMK rechts registriert, was einem Anstieg von knapp 48 Prozent entspricht. Auch die Gewaltstraftaten sind um gut 17 Prozent auf 1.488 Delikte gestiegen. 2024 wurden 6.236 antisemitische Straftaten registriert, was einem Anstieg von knapp 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2023 (5.164 Delikte) entspricht und auch nach dem starken Anstieg im Jahr 2023 ein weiterer neuer Höchststand seit Beginn der Erfassung ist. 48 Prozent der Straftaten werden dem PhĂ€nomenbereich PMK -rechts- zugeordnet, 31 Prozent dem PhĂ€nomenbereich PMK auslĂ€ndische Ideologie. Im PhĂ€nomenbereich PMK auslĂ€ndische Ideologie ist im Vergleich zum Vorjahr fĂŒr das Jahr 2024 ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen um mehr als 42 Prozent zu verzeichnen (2024: 7.343, 2023: 5.170 Delikte). Die erfassten Gewaltdelikte haben sich von 491 in 2023 auf 975 nahezu verdoppelt (+98,57 Prozent), 681 der Gewaltdelikte wurden im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt begangen. Die Fallzahlen der PMK links stiegen deutlich um ĂŒber 28 Prozent auf 9.971 Delikte (2023: 7.777), der Anteil der Gewaltdelikte nahm indes auf 762 Delikte weiter ab (2023: 916 Delikte, ein Minus von knapp 17 Prozent). Der PhĂ€nomenbereich PMK sonstige Zuordnung hat sich um mehr als 33 Prozent auf 22.193 Delikte erhöht, wobei der Höchststand aus dem Jahr 2022 zu der Zeit massiver Coronaproteste mit ĂŒber 24.000 Delikten nicht erreicht wurde. Im PhĂ€nomenbereich PMK religiöse Ideologie stiegen die Fallzahlen um knapp 29 Prozent von 1.458 in 2023 auf 1.877 in 2024. Die Gewaltdelikte befinden sich auf gleichbleibendem Niveau (2024: 87, 2023: 90). Im Oberthemenfeld "Innen- und Sicherheitspolitik" wurden innerhalb des Unterthemenfelds "Wahlen" insgesamt 11.788 Delikte erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme darstellt, im Vergleich zu anderen Jahren mit vielen Wahlen - wie zum Beispiel 2021 - wurden jedoch Ă€hnlich viele Straftaten erfasst. Die Zahl der Straftaten mit Nennung des Oberthemenfelds "Konfrontation/Politische Einstellung" ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 54 Prozent gestiegen (2024: 39.761, 2023: 25.867). Bei HasskriminalitĂ€t handelt es sich um Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Die Fallzahlen nehmen weiterhin deutlich zu und steigen phĂ€nomenĂŒbergreifend um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 21.773, 2023: 17.007). Ein knappes Drittel der registrierten Straftaten der HasskriminalitĂ€t wurden mittels Tatmittel "Internet" begangenen. Die Zahl der politisch motivierten Tötungsdelikte ist leicht rĂŒcklĂ€ufig. 2023 wurden noch drei vollendete und 17 versuchte Tötungsdelikte registriert, wĂ€hrend 2024 neben drei vollendeten Tötungsdelikten elf Versuche erfasst wurden.

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